Viele Katzenhalter kennen die Situation: Die Katze sucht Nähe, genießt die Aufmerksamkeit – und reagiert dann plötzlich mit einem Biss.
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Was wie ein abrupter Stimmungswechsel wirkt, ist in den meisten Fällen kein aggressives Verhalten, sondern eine klare Form der Kommunikation.
Stress kommt oft von außen
Nicht immer liegt der Auslöser direkt in der Streichelsituation. Katzen reagieren sensibel auf ihre Umgebung.
Ein fremdes Tier im Garten, ungewohnte Geräusche oder andere Stressfaktoren können innere Anspannung erzeugen.
Diese entlädt sich manchmal in Form sogenannter umgeleiteter Aggression gegen Menschen, die zufällig in der Nähe sind. Für Halter wirkt das Verhalten dann grundlos, hat aber einen klaren Hintergrund.
Spieltrieb statt Ablehnung
Gerade bei jungen Katzen verschwimmen die Grenzen zwischen Nähe und Spiel schnell. Aus einem ruhigen Kuschelmoment wird innerhalb von Sekunden Jagdverhalten.
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Hände werden als Beute wahrgenommen, spielerisches Beißen gehört dann dazu. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte Spielen grundsätzlich über geeignetes Spielzeug erfolgen – nicht über Körperteile.
Zu viel des Guten: Wenn Berührung überfordert
Auch Streicheln kann kippen. Manche Katzen empfinden bestimmte Körperstellen oder langanhaltende Berührung als unangenehm.
Anzeichen für Überreizung sind gespannte Muskeln, geweitete Pupillen oder ein plötzliches Fixieren der streichelnden Hand. Wird diese Schwelle überschritten, reagiert die Katze oft abrupt.
Körpersprache richtig lesen
Bevor es zum Biss kommt, senden Katzen meist deutliche Signale. Ein zuckender Schwanz, eine sich bewegende Schwanzspitze oder angelegte Ohren zeigen, dass das Tier Abstand braucht.
Werden diese Hinweise ignoriert, bleibt der Katze manchmal nur eine klarere Form der Abgrenzung.
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Zuneigung mit Maß: Liebesbisse verstehen
Nicht jeder Biss ist negativ gemeint. Sanfte Liebesbisse treten häufig in entspannten Situationen auf und können Teil sozialer Bindung sein.
Entscheidend ist der Kontext: Fehlen Anzeichen von Stress oder Abwehr, handelt es sich meist nicht um Ablehnung, sondern um Nähe – allerdings mit klaren Grenzen.
Rücksicht ist der beste Umgang
Bißt eine Katze beim Streicheln, sollte man ruhig bleiben und die Interaktion beenden. Strafen oder laute Reaktionen verschlechtern das Vertrauensverhältnis.
Wer lernt, die individuellen Signale seiner Katze zu erkennen und zu respektieren, beugt solchen Situationen langfristig vor.
Quelle: PETBOOK