Laut Russland transportierten die Frachter militärische Güter.
Eine Wochenendabfahrt endete in einer Katastrophe, als ein mit Getreide beladenes Handelsschiff kurz vor einem großen Hafen von Beschuss getroffen wurde.
Das Schiff war die Golden Leo. Unter der Flagge von Guinea-Bissau hatte das in türkischem Besitz befindliche Schiff gerade mit einer Ladung Mais abgelegt.
Die Kyiv Post zitiert Berichte der ukrainischen Luftwaffe, wonach Russland drei Marschflugkörper abgefeuert habe, von denen einer die Steuerbordseite des Schiffes direkt getroffen und sofort ein massives Feuer entfacht habe, das sich durch das Schiff fraß.
Die ukrainische Seehafenbehörde berichtete, dass zehn Menschen bei der Explosion ums Leben kamen.
Unter den Opfern befanden sich ein 66-jähriger ukrainischer Hafenlotse und neun ausländische Besatzungsmitglieder aus Syrien und Indien im Alter von 19 bis 53 Jahren.
Rettungskräfte eilten zum Unglücksort, um die Flammen zu löschen. Rettungsteams konnten acht weitere Seeleute retten, die umgehend in ein Krankenhaus in Odesa gebracht wurden. Unterdessen haben die örtlichen Staatsanwälte eine formelle Untersuchung wegen Kriegsverbrechen eingeleitet.
Krieg gegen die Lebensmittelversorgung
Offizielle Stellen betrachten den Vorfall als Teil einer gezielten Kampagne. Mykola Kalashnyk, der für regionale Entwicklung zuständige Minister, erklärte, der Angriff habe bewusst die zivile Schifffahrt zum Ziel gehabt, um die globale Lebensmittelversorgung zu stören.
Moskau bot eine ganz andere Erklärung an. In einer Erklärung behauptete das russische Verteidigungsministerium, seine Streitkräfte hätten „zwei Massengutfrachter mit militärischer Fracht“ getroffen, obwohl es keine Beweise zur Untermauerung dieser Behauptung vorlegte.
Dieser jüngste Angriff passt in ein besorgniserregendes Muster im internationalen Handel. Allein in den ersten beiden Juliwochen wurden laut der ukrainischen Seehafenbehörde siebzehn zivile Schiffe und dreiundzwanzig Hafenanlagen angegriffen.
Einige Reeder weigern sich nun gänzlich, ihre Schiffe in das Gebiet zu entsenden.
Gefahr ist hier zur täglichen Realität geworden. Nur einen Tag zuvor wurde ein weiteres Handelsschiff unter der Flagge von Antigua und Barbuda getroffen, wobei eine Person ums Leben kam und lokale Lagerhäuser beschädigt wurden. Tage zuvor wurden bei einem Angriff in der Freitagnacht auf ein drittes Schiff vier weitere Besatzungsmitglieder verletzt.