Startseite Krieg „Alle sind von Angst erfüllt“: Putin übernimmt durch massive FSB-Überwachung...

„Alle sind von Angst erfüllt“: Putin übernimmt durch massive FSB-Überwachung die ultimative Kontrolle über seine Bürger

Putin
Photoibo / Shutterstock.com

Der Kreml hat die Macht auf den FSB verlagert und das politische Gleichgewicht durch weit verbreitete Angst, digitale Kontrolle und schwere Repression ersetzt.

Ein massiver interner Machtwechsel verändert derzeit die politische Landschaft Moskaus.

Der russische Präsident Wladimir Putin stützt sich nun überwältigend auf den Föderalen Sicherheitsdienst, bekannt als FSB, um die inländische Ordnung durchzusetzen.

Bloomberg, zitiert von o2, berichtet, dass Putin seine traditionelle Strategie aufgegeben hat, zwischen Finanzexperten und dem Geheimdienst zu vermitteln. Stattdessen ermächtigt er nun entschlossen den Sicherheitsapparat, sowohl den privaten Sektor als auch das öffentliche Leben zu dominieren.

Technokraten geraten unter Druck. Machtvolle Regierungsfiguren verlieren rasch an Einfluss oder werden ganz abgesetzt.

Politische Rückschläge und wachsende Angst

Der ehemalige Spitzenbeamte der Präsidentenverwaltung, Sergej Kirijenko, sieht sich nach diplomatischen und politischen Rückschläge in Armenien, Moldau und Ungarn nun intensiver interner Kritik ausgesetzt.

Das Klima der Angst erstreckt sich weit über Anti-Kriegs-Aktivisten hinaus. Prominente Wirtschaftslenker und erfahrene Beamte teilen nun genau dieselbe Furcht, im Wissen, dass vergangene Loyalität keinerlei Schutz bietet.

Diese unerbittliche Kampagne der Einschüchterung überschreitet mühelos ausländische Grenzen.

Quellen betrachten die jüngsten Terrorismusanschuldigungen gegen den Mitbegründer von Telegram, den Milliardär Pawel Durow, als ein weiteres Zeichen dieser Repression.

Bloomberg-Quellen weisen darauf hin, dass eine Spezialabteilung innerhalb des FSB den Fall gezielt konstruiert hat, um die Messaging-Plattform zur Fügsamkeit zu zwingen.

Härtere Strafen für Exilanten

Auch Exilanten sehen sich neuen, harten Strafen gegenüber. Ein neu erlassenes Gesetz ermöglicht es dem Staat, Ausgewanderte finanziell zu lahmzulegen, indem ihre Bankgeschäfte unterbrochen und lokale Immobilien eingefroren werden, während ihnen gleichzeitig grundlegende konsularische Dienstleistungen wie die Passausstellung verweigert werden.

„Alle sind von Angst erfüllt, weil niemand weiß, auf wen sie es als Nächstes abgesehen haben“, sagte Ella Paneyakh, Soziologin am New Eurasian Strategies Center.

Tatiana Stanovaya, Analystin am Carnegie Russia Eurasia Center, stimmte dem zu.

Sie merkte an, dass der Kreml zunehmend von inländischen Themen entkoppelt wirke und die normale Staatsverwaltung aufgrund von Putins Obsession mit dem Krieg in der Ukraine verfalle, so Bloomberg.

Der Tod der digitalen Autonomie

Die Ausweitung der FSB-Macht erreicht nun auch Russlands digitale Sphäre, so Carnegie Politika.

Das russische Internet, bekannt als Runet, ist zunehmend unter die Kontrolle des Zweiten Dienstes des FSB geraten, der das Internet nicht als Motor für Innovation und Kommunikation sieht, sondern als potenzielle Bedrohung, die ständige Kontrolle erfordert.

Dieser Wandel hat die digitale Verwaltung in ein Werkzeug der Überwachung und Repression verwandelt.

Anstelle des technischen Managements hat sich der Fokus auf Verbote, Einschränkungen und die Filterung von Informationen verlagert.

Das Ergebnis ist ein schrumpfender Raum für digitale Unabhängigkeit, da der Kreml die technologischen, wirtschaftlichen und politischen Kosten akzeptiert, die Kontrolle über Offenheit zu stellen.