Zwei Logistikzentren wurden beim zweiten Großangriff innerhalb weniger als einer Woche in Brand gesetzt.
In der Nacht zum 22. Juli trafen ukrainische Drohnenangriffe zwei riesige Verteilungszentren in Südrussland und lösten gewaltige Brände in den weitläufigen Anlagen aus.
Die Luftangriffe zielten auf große Logistikzentren in Krasnodar und Newinnomyssk, die Wildberries gehören, Russlands dominierender Online-Shopping-Plattform.
In Videos in den sozialen Medien, die von Augenzeugen veröffentlicht wurden, waren massive Flammen und dichter Rauch zu sehen, die die Komplexe einhüllten.
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Die Wildberries-Gründerin Tatjana Kim bestätigte die nächtlichen Angriffe auf die Immobilien ihres Unternehmens, doch ukrainische Militärführer äußerten sich nicht offiziell zu der spezifischen Operation.
Ein Online-Gigant im Visier
Laut United24 Media ist dies der zweite große Schlag gegen den E-Commerce-Riesen innerhalb weniger als einer Woche. Nur wenige Tage zuvor, am 18. Juli, trafen ukrainische Drohnen Unternehmenszentren in Elektrostal bei Moskau und Kotowsk in der Region Tambow.
Major Robert Browdi, Kommandeur der ukrainischen Drohnensysteme, postete auf Telegram über den operativen Druck und vermerkte „+13“ erfolgreiche Angriffe auf regionale Ziele innerhalb eines 48-Stunden-Fensters.
Nach diesen früheren Treffern bestätigte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass die Ukraine „große Logistikeinrichtungen“ angegriffen habe, die zur Lagerung und Lieferung von sanktionierten Drohnenteilen und Navigationsausrüstung genutzt werden.
Warum das sinnvoll ist
Oft als Russlands Antwort auf Amazon beschrieben, wickelt Wildberries weit mehr als nur grundlegende Alltagsgüter ab.
Sicherheitsanalysten weisen darauf hin, dass die Plattform zu einem wichtigen Knotenpunkt geworden is, an dem russische Truppen und Freiwilligengruppen Dual-Use-Elektronik, Drohnenkomponenten und Körperschutz kaufen.
Im Gespräch mit der BBC beschrieb der Sicherheitsexperte Serhij Kusan das weit verbreitete Einzelhandelsnetzwerk als „eine entscheidende Komponente“ der russischen Militärversorgungslinien. Forbes Russia bewertete das kombinierte Wildberries-Russ-Unternehmen kürzlich mit etwa 12,6 Milliarden US-Dollar.
Zusätzlich wird der Angriff auf die Logistikzentren weiteren Druck auf den Kreml ausüben, der versucht, die russische Bevölkerung vor den Folgen des Krieges abzuschirmen.
Die Störung dieser Logistikzentren wird die Lieferungen von Alltagsgütern an russische Haushalte beeinträchtigen, und wenn der Schaden groß genug wird, könnte Wildberries gezwungen sein, seine Preise zu erhöhen, was die bereits angeschlagene Wirtschaft der russischen Bevölkerung weiter belasten würde.
