Der Druck innerhalb des Kremls prägt Russlands Handeln stärker, als offizielle Erklärungen vermuten lassen.
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Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter sagt, Angst und nicht Strategie bestimme zunehmend die Entscheidungen in Moskau.
Geisel der Ideologie
Mychajlo Podoljak, Berater des Leiters des Präsidialamts der Ukraine, sagt, der russische Präsident Wladimir Putin sei in den Erwartungen radikaler Ultranationalisten gefangen.
In von LA.LV zitierten Aussagen argumentierte Podoljak, Putin handle nicht mehr frei, sondern werde von den aggressivsten Teilen der russischen Gesellschaft eingeschränkt, die den Krieg vollständig unterstützten.
Dieser innere Druck erkläre laut Podoljak jüngste russische Entscheidungen, die im Widerspruch zu diplomatischen Signalen zu stehen scheinen.
Motiv der Vergeltung
Podoljak sagte, ein Grund für den Bruch der Waffenruhe durch Russland sei Wut auf den US-Präsidenten Donald Trump.
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Er behauptete, der Kreml reagiere auf Maßnahmen Washingtons gegen Russlands sogenannte „Schattenflotte“ von Öltankern, die von Trumps Regierung begonnen habe, zu beschlagnahmen.
Dieser Schritt sei in Moskau, so Podoljak, als direkte Herausforderung verstanden worden, die Vergeltung statt Zurückhaltung erfordere.
Angst im eigenen Land
Der zweite und entscheidendere Faktor sei Putins Angst vor einer innenpolitischen Gegenreaktion aus dem pro-kriegerischen Lager.
In einem Interview mit Channel 24 auf YouTube beschrieb Podoljak, wie russische Medien und Onlineplattformen extreme Gewalterwartungen schürten.
„Wir sehen, wie russische Propaganda funktioniert, welche Diskussionen auf russischen Webseiten, Fernsehsendern und in Gemeinschaften stattfinden, die die sogenannten Narrative der russischen Welt schaffen“, sagte Podoljak.
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Aufrufe zur Zerstörung
Podoljak erklärte, diese Stimmen stellten den Krieg in einen historischen und ideologischen Kontext und befürworteten offen Angriffe auf zivile Infrastruktur.
„Wie können wir nicht zuschlagen, wenn die klimatischen Bedingungen es erlauben, maximale zerstörerische Schläge gegen zivile Infrastruktur und Zivilisten zu führen?“, zitierte er aus solchen Diskussionen.
Er fügte hinzu, dass propagandistische Rhetorik humanitäre Bedenken häufig vollständig ausblende und selbst unter eisigen Winterbedingungen zu Angriffen dränge.
Angst vor Ultrapatrioten
„Wenn ein Haus zerstört wird, bleibt ein Mensch bei -24 Grad ohne alles auf der Straße“, sagte Podoljak und beschrieb die von Hardlinern ignorierten Folgen.
Podoljak schloss:
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„Das ist ein weiterer Faktor, der zeigt, dass Putin große Angst vor diesen inneren Ultrapatrioten hat und auf ihre Forderungen reagiert, was im Kern bedeutet, die heftigsten Angriffe auf die Ukraine auszuführen.“
Quellen: LA.LV, Channel 24