Präsident Alexander Stubb argumentiert, dass die Ukraine bereits einen Verteidigungssieg errungen hat, indem sie ihre Unabhängigkeit bewahrt hat, was den Weg für ihre letztendliche Integration in Europa ebnet.
Die Bewahrung der nationalen Identität gegenüber einem massiven Angreifer gilt bereits als großer Erfolg.
Der finnische Präsident Alexander Stubb argumentierte, dass die Ukraine im Grunde schon dadurch einen Verteidigungssieg errungen habe, dass sie schlicht als unabhängige Nation überlebt hat.
In einem Interview mit European Pravda erinnerte er daran, wie Finnland nach dem Winterkrieg von 1939 Gebiete an die Sowjetunion abtreten musste, seine endgültige Freiheit jedoch erfolgreich bewahren konnte.
Dieses historische Ergebnis wird jedoch nicht als Vorbild für Kiew dienen. Stubb stellte klar, dass die Ukraine nicht erwarten sollte, auf dieselbe Weise Territorium aufzugeben.
Stattdessen betonte er, dass der gegenwärtige Abnutzungskrieg eine Belastung darstellt, die Moskau schließlich dazu zwingen wird, seinen Kurs zu überdenken.
Die politische Kalkül des Kremls bleibt gegenüber menschlichen Verlusten gleichgültig, selbst nachdem die rösischen Opferzahlen die Eine-Million-Marke überschritten haben.
Der Druck auf die Führung wird laut European Pravda stattdessen direkt von tiefen Schlägen ausgehen, die die kritische Infrastruktur in ganz Russland treffen.
Bedrohungen für das Regime
Gezielte Schläge gegen strategische Energieanlagen in Russland beginnen Wirkung zu zeigen, was sich in steigender Inflation, Treibstoffmangel und wachsender lokaler Unzufriedenheit bemerkbar macht.
Wie Stubb gegenüber European Pravda erklärte: „Es wird nicht um tote Soldaten gehen. Es wird um eine Bedrohung für das Regime gehen.“
Diplomatische Hintertüren bleiben offen, aber der russische Präsident Wladimir Putin zeigt derzeit kein Interesse an echten Verhandlungen.
Die westlichen Verbündeten müssen daher die militärischen Lieferungen verstärken, die Wirtschaftssanktionen verschärfen und der Ukraine helfen, den bevorstehenden Winter zu überstehen.
Helsinki ist vor Ort aktiv und liefert Ustring zur Stromerzeugung, um die anfällige Energieinfrastruktur der Ukraine zu stärken.
Blick in die Zukunft glaubt Stubb, dass die Ukraine schließlich sowohl der EU als auch der NATO beitreten wird.
Mit Blick auf das langfristige Ergebnis des Krieges betonte er laut European Pravda, dass „am Ende des Tages die Ukraine Mitglied der Europäischen Union sein wird, und das wird meiner Meinung nach das größte Ergebnis dieses Krieges sein“.
Ein Sicherheitspartner für Europa
Stubb argumentierte auch, dass die Rolle der Ukraine in Europa letztendlich weit über den Empfang westlicher Hilfe hinausgehen könnte.
In seinem Interview mit European Pravda regte der finnische Präsident an, dass die europäischen Länder zunehmend darüber nachdenken sollten, was die Ukraine zu ihrer eigenen Sicherheit beitragen kann, anstatt die Beziehung ausschließlich durch die Brille der nach Kiew fließenden Hilfe zu betrachten.
Die jahrelange Erfahrung der Ukraine im Kampf gegen Russland, die Entwicklung der Drohnenkriegsführung und die schnelle Anpassung an moderne Gefechtsfeldbedingungen könnten das Land zu einem immer wichtigeren Sicherheitspartner für Europa machen.
Für Stubb würde eine spätere Integration der Ukraine in die Europäische Union daher mehr als einen politischen Sieg darstellen – sie könnte auch die breitere Sicherheitsarchitektur Europas stärken.