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Führung der russischen Schwarzmeerflotte plant offenbar Rückzug von der Krim, berichten Agenten

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Die Krimhalbinsel wird für Russland zunehmend schwerer nutzbar.

Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) erarbeitet das russische Militärkommando Pläne, seine verbleibenden Marinestrukturen von der besetzten Krim abzuziehen.

Eine Partisanengruppe namens Atesh, die über Agenten innerhalb der Schwarzmeerflotte verfügt, berichtete, dass die russische Führung die verbleibende Kommandozentrale von Sewastopol nach Noworossijsk verlegen wolle. Die Stadt liegt auf russischem Staatsgebiet.

Die Partisanengruppe stellte fest, dass das derzeitige Hauptquartier seine operative Leistungsfähigkeit stetig verliere. Ständige Luftangriffe und Sabotageakte hätten den täglichen Betrieb beeinträchtigt. Infolgedessen sei die historische Basis zu gefährlich geworden, um weiter betrieben zu werden.

Frühzeitige Absetzbewegungen

Einige Militärangehörige warten nicht auf den offiziellen Evakuierungsbefehl. Atesh-Agenten berichteten, dass mehrere hochrangige russische Offiziere bereits damit begonnen hätten, ihre Familien aus der betroffenen Stadt wegzubringen.

Diese Familien bemühten sich zudem, ihre Immobilien und andere nicht transportierbare Besitztümer zu verkaufen, bevor die endgültigen Befehle eintreffen. Die plötzliche Eile, das Gebiet zu verlassen, zeige einen wachsenden Vertrauensverlust unter den dort stationierten Kräften.

Der Rückzug erfolge zu einem Zeitpunkt, zu dem die Versorgung der Basis nahezu unmöglich geworden sei. Laut ISW sehe sich Russland mit erheblichen logistischen Hürden im gesamten besetzten Gebiet konfrontiert.

Autobahnen gesperrt

Die massiven Versorgungsprobleme hätten das russische Militär zu drastischen Maßnahmen gezwungen. Anfang dieses Monats hätten Kommandeure der Östlichen Gruppierung der Streitkräfte Berichten zufolge den militärischen Güterverkehr auf zwei wichtigen Transitrouten verboten.

Die strengen Beschränkungen gälten für die Autobahn M-14, die Rostow mit der Krim verbindet, sowie für die Fernstraße Tawrida. Diese plötzlichen Sperrungen hätten den entscheidenden Fluss von Ausrüstung, Munition und Treibstoff an die Front weiter eingeschränkt.

Unabhängige Analysten merkten an, dass sie die Behauptungen der Partisanengruppe noch nicht vollständig überprüfen könnten. Das ISW erklärte jedoch, dass jüngste ukrainische Angriffe die russische Logistik in der Region erheblich beeinträchtigt hätten, was einen Abzug der Marine deutlich wahrscheinlicher mache.

Kann Putin zum Rückzug von der Krim gezwungen werden?

Die Krimhalbinsel ist seit 2014 von Russland besetzt und hat sich zu einem wichtigen Logistikzentrum für russische Operationen in anderen Teilen der Ukraine entwickelt.

Die Halbinsel verfügt jedoch nur über wenige Möglichkeiten, Nachschub zu erhalten, darunter die 19 Kilometer lange Kertsch-Brücke, die das russische Festland mit der Halbinsel verbindet. Die Ukraine greift die verbliebenen Versorgungslinien kontinuierlich an.

Sollte sich die Lage für die russischen Streitkräfte auf der Halbinsel weiter verschlechtern, drängt sich die Frage auf: Kann die Ukraine Putin tatsächlich zwingen, die Krim aufzugeben?

Es wird zunehmend wahrscheinlicher

Am 4. Juni interviewte RBC-Ukraine Refat Tschubarow, den Vorsitzenden des Medschlis des Krimtatarenvolkes, zu genau diesem Thema. Es ist zu beachten, dass dieses Interview vor der Verhängung von Treibstoffbeschränkungen auf der Halbinsel durch die russischen Behörden geführt wurde.

Im Interview sagte Tschubarow, die Hoffnung unter den Tausenden von Kiew-treuen Bürgern auf der Krim werde stärker. Sollte die Ukraine eine vollständige Blockade der russischen Versorgungslinien zur Halbinsel durchsetzen können, „hätten die Russen keine andere Wahl, als herauszufinden, wie sie ihre Streitkräfte von der Krim evakuieren können“.

Er betonte, er sei kein Militärexperte. Auf Grundlage dessen, was er gehört und gelesen habe, gingen Analysten jedoch davon aus, dass die Zerstörung der Kertsch-Brücke eine Kettenreaktion von Ereignissen auslösen könnte, die zu einem russischen Rückzug führen würde.

Es ist wichtig festzuhalten, dass dies alles Spekulation ist. Fest steht jedoch, dass sich die Lage auf der Krim aufgrund der ukrainischen Angriffskampagne rasch verändert.

Die Idee, dass die Ukraine Russland zum Rückzug von der Krim zwingen könnte, wurde bereits im Juni 2024 in einem Bericht des Atlantic Council geäußert.