Ukrainas Einsatz von Drohnen hat das moderne Schlachtfeld verändert, aber hat er die gepanzerte Kriegsführung obsolet gemacht?
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Russlands Ansatz zur Landkriegsführung wird neu bewertet, da der Konflikt in der Ukraine die wachsende Bedeutung unbemannter Systeme verdeutlicht.
Die Realitäten auf dem Schlachtfeld zwingen russische Analysten dazu, lang gehegte Annahmen über schwere Panzerverbände und traditionelle Streitkräftestrukturen zu hinterfragen.
Die Debatte entfaltet sich vor dem Hintergrund anhaltender ukrainischer Drohnenoperationen, die die Wirksamkeit von Panzern und anderen veralteten Plattformen schrittweise untergraben haben.
Wandel im militärischen Denken
Laut Defense Express fordern russische Militärkommentatoren zunehmend eine Abkehr von klassischen Panzerformationen hin zu einer massenhaften Einführung unbemannter Luftfahrtsysteme.
Dieses Argument wurde in einer aktuellen Analyse des Zentrums für Analyse von Strategien und Technologien (CAST) dargelegt, die von der russischen Zeitung Kommersant veröffentlicht wurde.
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Die Analyse betont, dass das Erreichen einer „Drohnenüberlegenheit“ inzwischen unerlässlich sei, bevor Offensiven gestartet oder umkämpftes Gelände gehalten werde. Unbemannte Systeme spielten laut CAST mittlerweile eine entscheidende Rolle bei Aufklärung, Zielzuweisung und der Koordination von Angriffen.
Fortschritte bei Miniaturisierung, künstlicher Intelligenz und Massenproduktion ermöglichen es Schwärmen kostengünstiger Drohnen, über mehrere Ebenen des Schlachtfelds hinweg zu operieren.
Als Reaktion darauf dürften elektronische Kriegsführung sowie Abwehrmaßnahmen gegen Drohnen zu zentralen Säulen der künftigen Militärplanung werden.
Globaler Schwerpunktwechsel
Während des Krieges in der Ukraine hat sich die Drohnenkriegsführung als ein zentraler Bestandteil moderner Kriegsführung erwiesen, und Streitkräfte auf der ganzen Welt beeilen sich, ihre eigenen Fähigkeiten und Kapazitäten auszubauen.
Im September 2025 berichtete CNN, dass die USA zwar möglicherweise über das modernste Militär der Welt verfügen, das Land jedoch weiterhin mit Produktionsproblemen konfrontiert sei, um mit Staaten wie China Schritt zu halten.
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Auch die US-Armee hat Schulungen eingeführt, in denen Soldaten lernen, ihre eigenen Drohnen zu bauen. Nach der theoretischen Einführung werden sie darin unterrichtet, Drohnen praktisch einzusetzen.
Anfang dieses Monats kündigte zudem Schweden eine Investition von fast 450 Millionen US-Dollar zur Stärkung seiner Drohnenfähigkeiten an.
Kosten und Einschränkungen
Auch wirtschaftlicher Druck prägt die Debatte. CAST stellte fest, dass dauerhaft hohe Verteidigungsausgaben schwer aufrechtzuerhalten sein könnten, insbesondere da Russland Schwierigkeiten habe, Waffen der nächsten Generation in ausreichender Zahl bereitzustellen.
Die Organisation verwies auf das Scheitern der Programme Objekt 195 und Armata, moderne Kampfpanzer bereitzustellen, wodurch das Militär weiterhin auf modernisierte T-72- und T-80-Modelle angewiesen sei. Ähnliche Fragen würden auch bei Kampfhubschraubern und schwerer Artillerie aufgeworfen, die teuer im Unterhalt und zunehmend verwundbar seien.
Defense Express berichtete, dass trotz der Analyse Teile der russischen Militärführung weiterhin zögern, Drohnen vollständig als primären Kraftmultiplikator zu akzeptieren.
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Unterdessen baut die Ukraine ihre unbemannten Fähigkeiten weiter aus.
Quellen: Defense Express, Kommersant, CAST, Ukraine Main Intelligence Directorate, United24Media, CNN, Regierung von Schweden