Russische Fernsehkommentatoren eskalieren ihre Rhetorik gegenüber den Verbündeten der Ukraine.
Spannungen zwischen Großmächten bleiben während eines Krieges selten auf diplomatische Kanäle beschränkt.
Oft werden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens entsandt, um eine Botschaft ihrer Vorgesetzten zu übermitteln.
Dieses Mal hat ein russischer Fernsehmoderator die Spannungen auf ein neues, gefährliches Extrem getrieben.
Wütende Fernsehtirade
Ein prominenter Kreml-Fernsehmoderator hat während einer Live-Übertragung im Staatsfernsehen heftige Drohungen gegen Großbritannien ausgesprochen. Moderator Wladimir Solowjow machte London für die jüngsten Langstreckenraketenangriffe innerhalb Russlands verantwortlich und forderte direkte Vergeltung.
Solowjow behauptete, britische Waffen seien der Auslöser für die Angriffe. Moskau, so argumentierte er, müsse weit über das eigene Territorium hinaus reagieren.
„Im Moment werden Angriffe tief in Russland mit britischen Waffen durchgeführt, doch wir zerstören keine britischen Fabriken“, sagte Solowjow. „Das ist klassische angelsächsische Kriegsführung. Wir müssen verstehen, gegen wen wir kämpfen und asymmetrisch reagieren.“
Grenzüberschreitende Drohungen
Die Sendung feierte auch jüngste Industriebrände in europäischen Verteidigungsanlagen in Italien und Bulgarien. Solowjow deutete sarkastisch an, dass europäische Waffenfabriken weitere plötzliche Brände erleben könnten.
„Eine große Anzahl von Fabriken dort drüben könnte unerwartet in Brand geraten“, sagte Solowjow und führte dies grinsend auf schlechte Verkabelung, mangelnde Investitionen und heißes Wetter zurück.
„Alles dort drüben sollte jeden einzelnen Tag brennen!“, erklärte eine andere Person während der Fernsehsendung.
Frustration im Inland
Die Kommentatoren richteten ihre Wut auch nach innen gegen die heimische Führung. Sie kritisierten russische Beamte dafür, dass sie es versäumten, Tankstellen zu schützen, professionelle Fußballspiele weiterhin zuließen und eine entspannte Friedensmentalität beibehielten.
Die russische Gesellschaft, so erklärten sie, müsse sich auf Jahrzehnte endlosen Konflikts vorbereiten.
Die Drohungen des russischen Staatsfernsehens werden routinemäßig als leere Propaganda abgetan, die dazu dienen soll, Europäer einzuschüchtern. Dennoch setzen ukrainische Streitkräfte weiterhin westliche Ausrüstung ein, um wichtige militärische Ziele innerhalb Russlands anzugreifen.