Überreste der Opfer werden bis heute entdeckt.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat der FSB-Akademie einen Ehrentitel verliehen, der mit Felix Dserschinski verbunden ist, und damit ihren Namen aus der Sowjetzeit wiederbelebt.
In einem offiziellen Dekret führten die Behörden die „Verdienste“ des Akademiepersonals sowie Dserschinskis „herausragenden Beitrag zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit“ als Begründung für die Änderung an.
Doch wer war Felix Dserschinski?
Der Mann hinter dem „Roten Terror“
Laut dem Institute for the Study of War (ISW) ist Dserschinski weithin dafür bekannt, die Tscheka, die bolschewistische Geheimpolizei, gegründet und die Kampagne des Roten Terrors nach der Revolution von 1917 geleitet zu haben.
Diese Periode umfasste weitreichende Verhaftungen, Folter und Hinrichtungen, die sich gegen vermeintliche Staatsfeinde richteten.
Die FSB-Akademie operierte zuvor unter dieser Bezeichnung, als sie als wichtigste Hochschuleinrichtung des KGB diente.
Es ist unklar, wie viele Menschenleben der Rote Terror forderte, doch laut dem Hudson Institute wurden im Laufe von vier Jahren etwa 200.000 Menschen getötet.
Andere Schätzungen beziffern die Zahl der Todesopfer auf 200.000 bis 400.000.
Im Jahr 2010 berichtete UPI, dass ein russischer Archäologe die Überreste von 80 Opfern des Roten Terrors entdeckt hat, was zeigt, dass das volle Ausmaß der Kampagne noch immer aufgedeckt wird.
Sowjetisches Erbe wiederbelebt
Die Wiederherstellung des Namens wird als symbolische Billigung sowjetischer Sicherheitstraditionen betrachtet.
Das ISW erklärt, dies signalisiere eine bewusste Anstrengung, die Kontinuität zwischen modernen russischen Institutionen und ihren historischen Vorgängern hervorzuheben.
Der Thinktank merkt zudem an, dass solche Gesten über administrative Entscheidungen hinausgehen und eine breitere ideologische Botschaft des Kremls über staatliche Macht und Kontrolle widerspiegeln.
Stalinistische Politik kehrt zurück
Putins Schritt fügt sich in ein Muster der Rhetorik russischer Beamter ein, die zunehmend auf stalinistische Politik und Narrative verweist. Dazu gehören Rechtfertigungen für Repression, Druck auf die politische Opposition und eine stärkere staatliche Kontrolle über die Wirtschaft.
Auch der Zeitpunkt ist bedeutsam. Russlands andauernder Krieg in der Ukraine fällt mit verstärkten innenpolitischen Maßnahmen zusammen, die darauf abzielen, die Autorität zu konsolidieren und die Loyalität innerhalb der Bevölkerung zu stärken.
Laut dem ISW zielen diese Schritte darauf ab, die öffentliche Unterstützung für die Kriegsanstrengungen zu mobilisieren und gleichzeitig Dissens sowohl innerhalb Russlands als auch in den besetzten ukrainischen Gebieten zu unterbinden.
Quellen: Institute for the Study of War, Hudson Institute, UPI