Startseite Krieg Moskau enthüllt geheime Funkprotokolle nach Schüssen im Ärmelkanal

Moskau enthüllt geheime Funkprotokolle nach Schüssen im Ärmelkanal

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Kremlin.ru, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Die Erklärung aus Moskau hat wenig dazu beigetragen, die Wut in London zu besänftigen.

Wenn es auf See zu einer militärischen Konfrontation kommt, stammen die ersten Berichte meist von einer Seite. Die anfängliche Darstellung dominiert die Nachrichten und prägt, wie die Welt einen gefährlichen Moment wahrnimmt. Doch internationale Zwischenfälle haben stets zwei Seiten, und nun kontert die andere Macht mit ihrer eigenen Version der Ereignisse.

Moskau äußert sich

Die russische Regierung hat ihr Schweigen nach einer angespannten Konfrontation auf See endlich gebrochen. Am Dienstag soll eine russische Fregatte im Ärmelkanal Warnschüsse auf eine britische Ziviljacht abgegeben haben.

Der Vorfall nahe der Isle of Wight löste im Vereinigten Königreich umgehend politische Empörung aus. Britische Beamte bezeichneten das Kriegsschiff rasch als „Rüpel“.

Doch das russische Verteidigungsministerium behauptet, die Darstellung in den Nachrichten sei völlig falsch. Beamte sagen, die Besatzung der „Admiral Grigorovich“ habe streng nach Vorschrift gehandelt, um ihr Schiff vor einer gefährlichen Kollision zu schützen.

Ein gefährlicher Kurs

Laut Moskau steuerte die unter britischer Flagge fahrende Jacht namens „Bright Future“ direkt auf das Kriegsschiff zu. Die Fregatte versuchte wiederholt, das Zivilboot über internationale Funkkanäle zu warnen.

Die Jacht änderte weder ihren Kurs noch beantwortete sie die Rufe. Daraufhin griff die Militärbesatzung zu lauten Schallsignalen und hellen Leuchtraketen, doch das Boot setzte seinen Kurs fort.

„Nachdem der Abstand auf 150 Meter verkürzt war, entschied der Kommandant der Fregatte, präventiv mit Kleinwaffen auf den Kurs des Schiffes zu feuern“, erklärte das russische Ministerium in einer öffentlichen Mitteilung. Die Jacht drehte daraufhin ab.

Steigende politische Spannungen

Die Erklärung aus Moskau hat wenig dazu beigetragen, die Wut in London zu besänftigen. Britische Politiker argumentieren, die Schussabgabe sei ein vorsätzlicher Akt der Vergeltung gewesen.

Nur wenige Tage zuvor hatten Royal Marines einen russischen Öltanker in genau denselben Gewässern beschlagnahmt. Der ehemalige Außenminister Sir Malcolm Rifkind erklärte dem „Daily Express“, das Timing sei höchst verdächtig.

„Ich vermute, es handelt sich um eine bewusste russische Reaktion auf die britische Durchsuchung des ‚russischen‘ Tankers. Es kann kein bloßer Zufall sein“, bemerkte Rifkind. Dennoch betonen russische Beamte, ihre Besatzung habe alle internationalen Schifffahrtsregeln befolgt, um eine Kollision zu verhindern.

Quellen: Daily Express