Die unerbittlichen Angriffe haben die Russen gezwungen, die Nachschublinie vollständig zu blockieren.
„Eine Armee marschiert auf ihrem Magen“, sagte Napoleon bekanntlich im frühen 19. Jahrhundert.
Tatsächlich sah er die Logistik bei der Verlegung einer Armee als so entscheidend an, dass er sogar eine Belohnung für denjenigen aussetzte, der eine Lösung fand, um das Verderben von Lebensmitteln während langer Märsche zu verhindern.
Dies führte direkt zur Erfindung der Konservendose.
Mit der Erfindung des Autos, von Hubschraubern, Flugzeugen und dem erweiterten Eisenbahnnetz mag der Spruch heute nicht mehr so relevant sein, doch die Logistik ist nach wie vor entscheidend für die Funktionsfähigkeit einer Armee.
Die Ukraine weiß das – und sie schneidet die russischen Streitkräfte gezielt von lebenswichtigen Nachschubgütern ab.
Geheime Flügel im Einsatz
Kürzlich gelang es der ukrainischen Nemesis-Brigade, einer wichtigen russischen Nachschublinie so großen Schaden zuzufügen, dass die russischen Streitkräfte die lebenswichtige Autobahn angeblich vollständig blockierten – aus Angst vor weiteren Angriffen.
Die 412. Nemesis-Brigade gab die Blockade am 26. Mai auf Telegram bekannt, wo sie auch enthüllte, dass die Blockade durch eine Geheimwaffe ausgelöst worden sei.
Militärische Operateure testeten erfolgreich eine brandneue Angriffsdrohne tief hinter den feindlichen Linien und bewiesen deren Wert weitab vom aktiven Schlachtfeld. Dutzende Versorgungs- und Treibstofflastwagen wurden zerstört.
Nach Angaben der Brigade beruht die Operation auf einer völlig neuen Technologie. „Wir setzen geheime Angriffs-‚Flügel‘ ein, die bisher nicht öffentlich zu sehen waren“, teilte die Einheit in den sozialen Medien mit.
In dem dem Statement beigefügten Video ist auf Aufnahmen einer FPV-Drohne zu sehen, wie mehrere Lastwagen und Treibstofftankwagen ins Visier genommen und anschließend durch den ukrainischen Luftangriff zerstört werden.
Die Brigade veröffentlichte jedoch keine Bilder der geheimen Drohne.
Eine kritische Lebensader
Die Autobahn, die die Besatzungsbehörden als „Noworossija-Route“ bezeichnen, dient Moskau als kritische logistische Lebensader. Sie verbindet Mariupol, Melitopol und Simferopol.
In der Hoffnung, den Luftangriffen zu entgehen, versuchten Fahrer von Schwerlasttransportern, die Hauptstraße zu umgehen, indem sie auf Feldwege und schmale Pfade auswichen. Ukrainische Drohnenteams erwischten sie dort dennoch.
Die Militäreinheit arbeitete direkt mit dem Hersteller zusammen, um eine Drohne zu entwickeln, die genau für diese Art der Jagd gebaut wurde. „Dank der engen Zusammenarbeit zwischen der 412. Nemesis-Brigade und dem Hersteller ist es uns gelungen, ein System zu schaffen, das perfekt auf diese spezifischen Aufgaben zugeschnitten ist.“
Strategie des Mittelangriffs
Diese gezielten Angriffe sind Teil einer umfassenderen ukrainischen Strategie, bekannt als „Mittelangriffskampagne“. Das Ziel ist einfach: Operateure greifen Ziele an, die sich zwischen 20 und 200 Kilometern hinter den Frontlinien befinden.
Indem die Ukraine diese mittlere Zone unter Beschuss nimmt, zerstört sie systematisch Kommandozentralen, Flugabwehrsysteme und Munitionslager, bevor diese die Fronttruppen unterstützen können. Russland scheint den Ansturm bislang nicht stoppen zu können.
Diese Schwachstelle wurde am 8. Mai deutlich, als das Asow-Korps der Nationalgarde Aufnahmen seiner Hornet-Drohnen veröffentlichte, die unbehelligt direkt über den stark besetzten Städten Donezk und Mariupol flogen.
Quellen: 412. Nemesis-Brigade Telegram, Asow-Korps der ukrainischen Nationalgarde