Die neue Schätzung übertrifft die Einschätzungen sowohl des südkoreanischen als auch des britischen Geheimdienstes.
Es ist nichts Neues, dass Nordkorea Truppen zur Unterstützung Russlands im Krieg in der Ukraine entsandt hat.
Unklarer ist jedoch die genaue Zahl der von Kim Jong-un entsandten Truppen sowie das Ausmaß der Verluste unter den nordkoreanischen Soldaten im Kampf an Putins Seite.
Frühere Schätzungen südkoreanischer und britischer Geheimdienste bezifferten die Verluste für die Jahre 2024 und 2025 auf rund 6.000 Soldaten. Neuen Zahlen des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) zufolge seien diese Schätzungen jedoch zu niedrig.
In einer neuen Einschätzung behauptet der HUR, nordkoreanische Truppen, die für Putin kämpfen, hätten tatsächlich mehr als 7.000 Verluste erlitten. Diese Verluste ereigneten sich laut dem Kyiv Independent in der Region Kursk in den Jahren 2024 und 2025.
Die Verluste häuften sich während des überraschenden grenzüberschreitenden Vorstoßes der Ukraine von August 2024 bis März 2025.
Die neuen Zahlen wurden nicht unabhängig überprüft.
Verheimlichung der Verluste
Bislang hat Pjöngjang nichts zu seinen Verlusten geäußert. Das Schweigen ist offensichtlich bewusst.
In einer Erklärung gegenüber dem Kyiv Independent erklärte der ukrainische Geheimdienst, das nordkoreanische Regime versuche, die tatsächlichen Verluste zu verbergen, die seine Armeeeinheiten im Krieg gegen die ukrainischen Verteidigungskräfte erlitten hätten.
Dennoch haben die verheimlichten Verluste die Entsendung weiterer Truppen nicht gestoppt. Unter Berufung auf südkoreanische Geheimdienstinformationen berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap, dass Anfang 2026 noch etwa 11.000 nordkoreanische Soldaten in der Region Kursk stationiert gewesen seien, um Moskaus Streitkräfte zu unterstützen.
Vor Ort berichteten ukrainische Frontsoldaten, dass die Nordkoreaner zwar anfänglich nicht auf den Drohnenkrieg vorbereitet gewesen seien, sich aber schnell angepasst und große Disziplin gezeigt hätten.
Ein tödlicher Handel
Die Beziehungen zwischen den beiden Atommächten gehen weit über die Entsendung von Truppen hinaus. Dem ukrainischen Geheimdienst zufolge hat Russland auch seine Importe nordkoreanischer Artilleriegeschosse und ballistischer Raketen verstärkt.
Dieser stetige Nachschub hält die russische Kriegsmaschine am Laufen. Der ukrainische Militärgeheimdienst warnte: „Die Hilfe aus Nordkorea ermöglicht es Russland, seinen Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen, da sie zu einer stetigen Versorgungsquelle geworden ist.“
Letztlich erhalten beide autoritären Regime genau das, was sie sich von dieser Vereinbarung versprechen. Wie der Geheimdienst erklärte: „Diese militärische Partnerschaft kommt beiden Ländern zugute: Moskau gleicht seinen Mangel an Munition und Personal aus, während Pjöngjang im Gegenzug einen technologischen Schub für die Entwicklung seiner Raketen- und Nuklearfähigkeiten erhält.“