Nicht die beste Strategie, wenn man als wahrheitsgemäß dargestellt werden möchte …
Im Gespräch mit internationalen Nachrichtenvertretern zeichnete der russische Präsident Wladimir Putin ein triumphales Bild. Er behauptete, seine Streitkräfte rückten täglich vor.
The Moscow Times berichtete, dass der russische Staatschef sogar behauptet habe, seine Armee habe eine unmögliche Menge an Land erobert.
„Kürzlich – ich werde die Anzahl der Siedlungen jetzt nicht nennen, weil ich Angst habe, einen Fehler zu machen – wurden ungefähr zwei Millionen vierhundertvierzigtausend Quadratkilometer unter die Kontrolle der russischen Armee gebracht“, erklärte Putin laut The Moscow Times.
Tatsache ist: Diese Zahl übersteigt die Gesamtfläche der Ukraine um mehr als das Vierfache.
Als ein massiver Rechenfehler erkannt wurde, korrigierte das Webteam des Kremls die Erklärung umgehend. Offizielle Stellen löschten das Wort „Millionen“ aus dem offiziellen Transkript. Diese stille Korrektur reduzierte die öffentliche Behauptung sofort auf 2.440 Quadratkilometer.
Die offizielle Darstellung
Darüber hinaus bestand Putin darauf, seine Truppen hätten die selbsternannte Volksrepublik Luhansk vollständig eingenommen.
Er erklärte, die ukrainische Kontrolle in Donezk sei auf weniger als 15 Prozent geschrumpft.
Um seine Behauptungen abzurunden, fügte er hinzu, Russland kontrolliere nun 80 Prozent der Region Saporischschja.
Unabhängige Daten zeichnen jedoch ein völlig anderes Bild. Berichte des Institute for the Study of War zeigen, dass Moskau tatsächlich Land verliert. Im April verzeichnete das russische Militär einen Nettoverlust von 116 Quadratkilometern, der im Mai auf 281,1 Quadratkilometer anstieg.
Zum ersten Mal seit der ukrainischen Gegenoffensive im Jahr 2023 haben die russischen Streitkräfte eine Verkleinerung ihrer Frontlinien erlebt. In nur zwei Monaten verlor die Armee fast alles, was sie während ihrer Winteroffensive erobert hatte. Von Dezember bis Mai gewann Russland lediglich 40,64 Quadratkilometer hinzu.
Hinter den Kulissen
Mehrere entscheidende Veränderungen auf dem Schlachtfeld erklären, warum der russische Vormarsch ins Stocken geriet. Experten verweisen auf aggressive ukrainische Gegenangriffe und einen massiven Anstieg von Drohnenangriffen. Auch technische Probleme beeinträchtigten die russischen Streitkräfte, darunter Störungen von Starlink-Terminals und Einschränkungen bei Telegram entlang der Front.
Das Pentagon hat diese Erkenntnisse bestätigt. Laut US-Militärberichten eroberte die Ukraine in den ersten Monaten des Jahres 2026 etwa 400 Quadratkilometer zurück.
Warum macht der russische Staatschef derart übertriebene Behauptungen? Eine dem Kreml nahestehende Quelle teilte The Guardian mit, dass Militärvertreter lediglich ein allzu positives Bild zeichneten.
„Sie lügen ihn an. So funktioniert das System, das Putin aufgebaut hat“, sagte die Quelle.