Startseite Krieg Russische Soldaten mehr als 4.500 Kilometer von der Ukraine entfernt...

Russische Soldaten mehr als 4.500 Kilometer von der Ukraine entfernt in einen Hinterhalt gelockt und getötet

Soldier, russia, ak-47
Shutterstock

Putin kämpft nicht nur in der Ukraine.

Putin steckt in einem Krieg in der Ukraine fest, der sich für die russischen Streitkräfte zu einem demütigenden Kampf entwickelt.

Der Krieg, der mit der russischen Invasion der Ukraine im Februar 2022 begann, hat sich zu einem Zermürbungskrieg entwickelt, bei dem schätzungsweise mehr als 1,4 Millionen russische Soldaten getötet oder verletzt wurden.

Hinzu kommen eine angeschlagene Wirtschaft, zerrüttete diplomatische Beziehungen zu vielen Ländern und wachsende innenpolitische Spannungen infolge der vom Kreml eingeführten Politik, mit der versucht wird, die grassierende Inflation und das steigende Staatsdefizit einzudämmen.

Nun hat Putin einen weiteren Rückschlag erlitten, nachdem ein Militärkonvoi mit russischen Soldaten in einen Hinterhalt geraten war, wobei mehrere Soldaten getötet oder als Geiseln genommen wurden.

Das Besondere daran ist, dass sich der Vorfall mehr als 4.500 Kilometer von der Ukraine entfernt ereignete.

Eine tödliche Falle

Am Wochenende griff eine gemeinsame Streitmacht aus mit Al-Qaida verbundenen Militanten und Tuareg-Separatisten einen Militärkonvoi an, der regierungstreue Truppen und russische Kämpfer im Norden Malis transportierte.

Laut einem Reuters-Bericht waren die Folgen des Hinterhalts schwerwiegend. Eine den Rebellen nahestehende Quelle behauptete, dass bei dem Gefecht mehr als 50 regierungstreue Kämpfer ums Leben gekommen seien. Viele weitere wurden als Geiseln genommen, als das Schlachtfeld im Chaos versank.

Es ist unklar, wie viele der Toten und Geiseln russische Kämpfer waren, doch laut den Militanten wurden Dutzende russische Kämpfer eliminiert.

Das heftige Gefecht fand in der Region Tabrichat statt. Das Gebiet liegt an einer wichtigen Route, die die strategisch bedeutende Stadt Anefis mit der nördlich gelegenen Stadt Gao verbindet.

Zunehmende Gewalt in der Wüste

Offizielle Erklärungen des malischen Militärs und der Rebellengruppen bestätigten die heftigen Kämpfe am Wochenende. Das Bündnis stellt ein wachsendes Problem für die Machthaber des Landes dar. Bereits im April hatten sich dieselben Gruppen zusammengeschlossen, um groß angelegte Angriffe durchzuführen, bei denen der Verteidigungsminister getötet und der Flughafen der Hauptstadt angegriffen wurde.

Diese jüngste Offensive ist Teil einer zweiten Angriffswelle, die darauf abzielt, die Kontrolle über Anefis zu erlangen. Die Armee hielt die Stadt weiterhin. Dennoch reagierte das Militär auf den Hinterhalt mit schweren Luftangriffen, bei denen Berichten zufolge mindestens 20 Aufständische getötet wurden.

Unterdessen veröffentlichten die Rebellen verstörendes Bildmaterial im Internet. Die Aufnahmen schienen gefangen genommene Regierungssoldaten zu zeigen, die sich mit den Händen hinter dem Kopf ergaben. In einigen unbestätigten Aufnahmen eröffneten Kämpfer sogar das Feuer auf ihre Gefangenen.

Moskaus problematische Beteiligung

Die hohen Opferzahlen verdeutlichen die wachsenden Risiken für ausländische Akteure, die in der Region operieren. Unter den Toten befanden sich Mitglieder des russischen paramilitärischen Afrika-Korps, die eng mit den lokalen Streitkräften zusammengearbeitet haben.

Russland hat seine Präsenz in der Sahelzone stetig ausgebaut, indem es Waffen gegen Einfluss tauschte. Doch dieser Einsatz ist nach hinten losgegangen und hat ausländische Kämpfer tief in einen brutalen und unvorhersehbaren Konflikt hineingezogen.

Diese wachsende Instabilität stellt die Militärführer, die bei den jüngsten Putschen die Macht übernommen haben, vor große Herausforderungen. Sie versprachen Frieden. Stattdessen werden die Wüstenstraßen immer tödlicher und bringen mehr Chaos statt Stabilität.