Seit Jahren wird darüber spekuliert, wer Wladimir Putin eines Tages an der Spitze Russlands beerben könnte.
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Zu den häufig genannten Namen gehörte Sergej Iwanow, ein erfahrener Funktionär, der lange Zeit als Teil des inneren Kreises des Präsidenten galt.
Plötzliche Abberufung
Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein Dekret unterzeichnet, mit dem Iwanow aus dem russischen Sicherheitsrat ausgeschlossen wird, berichtet das unabhängige Portal Meduza.
Die Entscheidung folgt auf eine weitere Veränderung Anfang dieses Monats, als Iwanow von seinem Posten als Sonderbeauftragter des Präsidenten für Umweltschutz, Ökologie und Verkehr entbunden wurde. Der Kreml erklärte, er habe selbst um seine Entlassung gebeten.
Der Sicherheitsrat spielt eine zentrale Rolle bei der Ausgestaltung der russischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, weshalb Iwanows Abberufung als bedeutende Entwicklung innerhalb der Führung des Landes gilt.
Langjähriger Weggefährte
Iwanow gilt seit Jahrzehnten als einer der engsten Vertrauten Putins.
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Die beiden sollen sich während ihrer Studienzeit kennengelernt und später eine postgraduale Ausbildung im Bereich Spionageabwehr absolviert haben, bevor sie dem Auslandsgeheimdienst beitraten.
Beide begannen ihre Laufbahn in der Leningrader Abteilung des KGB. Von 2001 bis 2007 war Iwanow Verteidigungsminister und damit der erste Zivilist an der Spitze des Ministeriums sowie der erste aus dem zivilen Geheimdienstapparat.
2011 wurde er zum Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt und leitete anschließend von 2011 bis 2016 die Präsidialverwaltung – Positionen, die ihn ins Zentrum der Macht im Kreml rückten.
Spekulationen um die Nachfolge
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2008 galt Iwanow weithin als einer von zwei Hauptkandidaten für Putins Nachfolge.
Letztlich wurde Dmitri Medwedew nominiert und später Präsident, während Iwanow ihn öffentlich unterstützte.
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2010 ernannte der damalige Ministerpräsident Putin Iwanow zum stellvertretenden Vorsitzenden einer Regierungskommission zur Untersuchung des Absturzes der polnischen Tu-154, bei dem 96 Menschen ums Leben kamen, darunter der polnische Präsident Lech Kaczyński.
Iwanows formeller Ausschluss aus dem Sicherheitsrat markiert die jüngste Veränderung in Russlands Führungsspitze, während die Aufmerksamkeit weiterhin auf Struktur und Zukunft der politischen Führung des Landes gerichtet ist.
Quellen: Meduza, O2