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Russen empört: Normale Bürger können sich nicht einmal Gurken leisten

Cucumber Cucumbers agurk
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Eine Grundzutat in russischen Küchen ist unerwartet zum Symbol in der Debatte über steigende Lebenshaltungskosten geworden.

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Während der Inflationsdruck im Zuge des Kriegs in der Ukraine zunimmt, rücken selbst alltägliche Gemüsesorten in den politischen Fokus.

Preise mehr als verdoppelt

Gurken, die häufig in Salaten und traditionellen Gerichten verwendet werden, haben in den vergangenen Wochen einen deutlichen Preisanstieg erlebt.

Offizielle Daten zeigen, dass sich der Durchschnittspreis seit Dezember auf etwas mehr als 300 Rubel pro Kilogramm verdoppelt hat, umgerechnet rund 3,60 Euro.

In sozialen Medien kursierende Bilder legen nahe, dass die Preise in einigen Geschäften zwei- oder sogar dreimal so hoch sind.

Der Preisschub hat Verbraucher verärgert und sorgt bei Abgeordneten im Vorfeld der Parlamentswahlen später in diesem Jahr für Aufmerksamkeit.

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Unter Druck, auch von Mitgliedern der regierenden Partei Einiges Russland, hat die nationale Wettbewerbsbehörde Produzenten und Einzelhändler angeschrieben und um Erklärungen für die Preissteigerungen gebeten.

Politischer Gegenwind

“In diesem Winter ist in unseren Geschäften eine neue ‘Delikatesse’ aufgetaucht: Gurken”, sagte Sergej Mironow, Vorsitzender der Partei Gerechtes Russland im Parlament.

Er wies darauf hin, dass das Landwirtschaftsministerium saisonale Gründe für den Preisanstieg verantwortlich gemacht habe.

“Dieselbe Erklärung wurde schon für die letztjährigen ‘goldenen’ Kartoffeln verwendet, und jetzt geht es um ‘goldene’ Gurken”, sagte Mironow.

“Was sollen die Menschen tun? Einfach akzeptieren, dass sie sich nicht einmal die einfachsten Lebensmittel leisten können?”, fragte er.

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Produzenten teilten Verbrauchern mit, dass die Preise voraussichtlich im kommenden Monat sinken dürften, wenn die Temperaturen steigen und das inländische Angebot zunimmt.

Inflationssorgen

Die Gurken-Debatte fällt in eine Phase, in der die Preise insgesamt seit Jahresbeginn um 2,1 Prozent gestiegen sind, teilweise aufgrund einer Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Die Zentralbank prognostiziert eine jährliche Inflation von bis zu 5,5 Prozent.

Haushalte beklagen zudem höhere Kosten für Energie, Kraftstoff und Restaurantbesuche, während sich nach vier Jahren Krieg Anzeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung zeigen.

In einigen sibirischen Supermärkten kosten Gurken inzwischen mehr als importierte Früchte wie Bananen, was dazu geführt hat, dass die Abgabemenge pro Kunde begrenzt wurde.

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Eine große Zeitung hat ihren Lesern sogar Samen angeboten, damit sie ihr Gemüse selbst anbauen können.

Jewgeni Popow, Abgeordneter der Regierungspartei, versuchte online zu beruhigen und erklärte, die Preise würden fallen und Russland sei vollständig selbstversorgend.

Eine Nutzerin namens Swetlana antwortete:

“Die Preise für Gurken und Tomaten sind unverschämt. Früher hieß es, Eier seien ‘ gold ’ (weil sie sehr teuer waren). Jetzt sind Gurken Gold.”

Quellen: Digi24.

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