Der Grund für die Tätowierungen ist streng finanzieller und politischer Natur.
Krieg erfordert einen stetigen Nachschub an Menschen.
Wenn einer Nation die eigenen Truppen ausgehen, suchen Kommandeure oft jenseits ihrer Grenzen nach frischem Personal.
Doch die Anwerbung von Kämpfern aus Tausenden von Kilometern Entfernung ist mit einer Reihe düsterer Regeln verbunden.
Globale Rekrutierungswelle
Im vergangenen Jahr sind Berichte aufgetaucht, wonach Militärrekrutierer ausländische Staatsangehörige anwerben. Viele reisen auf der Suche nach Arbeit oder Bildung in die Region, nur um sich dann auf das Schlachtfeld gedrängt zu sehen.
Studenten und Migranten aus Afrika und Asien sind häufige Ziele. Einige melden sich freiwillig, um ein versprochenes Gehalt zu sichern.
Andere sehen sich einer Zwangseinberufung gegenüber. Laut ukrainischen Geheimdienstberichten, die von O2 zitiert werden, sind derzeit Kämpfer aus mindestens 21 verschiedenen Ländern in der Konfliktzone im Einsatz.
Ihrer Namen beraubt
An die Front geschickt zu werden, ist gefährlich genug. Nun behaupten Militärvertreter, dass russische Kommandeure eine brutale neue Methode anwenden, um diese ausländischen Truppen zu verwalten.
Der ukrainische Geheimdienst gibt an, dass ausländische Rekruten zwangsweise gekennzeichnet werden. Anstatt standardmäßige Erkennungsmarken auszugeben, tätowieren Kommandeure „Seriennummern“ direkt auf deren Haut.
Manchmal wird die Nummer einfach auf die Uniform geschrieben. Dies beraubt die Soldaten ihrer Vor- und Nachnamen, noch bevor sie eine Waffe abfeuern.
Die Kennzeichnung dient als düstere Warnung. Ukrainische Quellen beschreiben diese brutale Zuweisung als „Einbahnstraße“ direkt in schwere Kämpfe.
Spuren verwischen
Der Grund für die Tätowierungen ist streng finanzieller und politischer Natur. Stirbt ein ausländischer Kämpfer im Gefecht, bedeutet die Identifikationsnummer, dass er einfach als „n/n“ erfasst wird, was einem unbekannten Soldaten entspricht.
Da der Gefallene offiziell keinen Namen hat, muss das russische Militär niemals dessen Angehörige kontaktieren. Die Regierung vermeidet es auch, jegliche Todesentschädigung auszuzahlen.
Das Geld bleibt in den Staatskassen. Dieses kalte System hilft den Kommandeuren auch, ihre wahren Opferzahlen zu verbergen. Unidentifizierte Leichen zählen einfach nicht zu den offiziellen Schlachtfeldstatistiken.
Echos der Vergangenheit
Die Nachricht von dieser Praxis hat online Empörung ausgelöst. Aufnahmen und Details, die von Quellen wie Nexta und Anton Herashchenko geteilt wurden, haben düstere historische Vergleiche hervorgerufen.
Kommentatoren in den sozialen Medien wiesen schnell auf die erschreckenden Ähnlichkeiten mit dem Dritten Reich hin. Menschen mit Nummern zu kennzeichnen, war eine berüchtigte Taktik in Konzentrationslagern.
Andere verglichen es mit dem sowjetischen Gulag-System. In diesen Lagern wurden politische Gefangene als namenloses Eigentum behandelt. Heute spielt sich dieselbe düstere Logik in den Schützengräben eines modernen Krieges ab.
Quellen: Ukrainischer Geheimdienst, Nexta, Anton Herashchenko