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Putin erweitert russische Streitkräfte, während sich der Ukrainekrieg hinzieht

Russian army Vladimir Putin
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Russland hat eine weitere Anpassung der offiziellen Größe seines Militärs genehmigt, was die wachsende Bedeutung der Truppenstärke in dem langwierigen Konflikt widerspiegelt. Die Entscheidung unterstreicht Moskaus Bemühungen, seine Kriegsanstrengungen aufrechtzuerhalten und zugleich den Rekrutierungsdruck im Inland zu bewältigen.

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Russlands Krieg in der Ukraine hat die Personalfrage für beide Seiten zu einer zentralen Herausforderung gemacht, wobei Rekrutierungskampagnen und hohe Verluste die militärische Planung in Moskau und Kyjiw prägen. Während die Kämpfe entlang einer weitläufigen Frontlinie andauern, beobachten beide Länder die Truppenstärken genau.

Vor diesem Hintergrund hat Präsident Wladimir Putin eine neue Anpassung der offiziellen Größe der russischen Streitkräfte genehmigt, was Moskaus Versuch widerspiegelt, den Konflikt fortzuführen, ohne eine weitere politisch heikle landesweite Mobilisierung auszurufen.

Druck auf die Personalressourcen

Ukrainische Beamte schätzen, dass derzeit mehr als 700.000 russische Soldaten entlang der Front gegen ukrainische Streitkräfte eingesetzt sind, berichtet RBC-Ukraine. Russische Behörden haben in öffentlichen Stellungnahmen ähnliche Zahlen genannt.

Der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj erklärt jedoch, dass der stetige Zustrom neuer Rekruten die Verluste auf dem Schlachtfeld weitgehend ausgleicht, anstatt die eingesetzten russischen Kräfte deutlich zu vergrößern.

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Von RBC-Ukraine zitierte ukrainische Schätzungen zufolge rekrutierte Russland im Jahr 2025 rund 406.000 Personen, verlor jedoch im selben Zeitraum etwa 419.000 Soldaten. Damit blieb die Gesamtgröße der russischen Präsenz an der Front im Wesentlichen stabil.

Syrskyj warnte zudem, dass der Kreml plane, im Jahr 2026 weitere 409.000 Vertragssoldaten zu rekrutieren, mit dem Ziel, die russischen Kräfte in der Ukraine auf etwa 800.000 Soldaten zu erhöhen.

„Daher bleibt uns keine andere Wahl, als den Kampf fortzusetzen und den Feind zu zerstören“, sagte Syrskyj.

Digi24 berichtete, dass Moskau zunehmend auf Vertragsrekrutierung und finanzielle Anreize setzt, um die Truppenstärke aufrechtzuerhalten und zugleich die politischen Folgen zu vermeiden, die auf Russlands Teilmobilmachung im Jahr 2022 folgten.

Russland verändert zudem die Art und Weise der Personalrekrutierung. Laut dem rumänischen Medium planen die Behörden, ab 2026 ganzjährig zu rekrutieren, anstatt sich hauptsächlich auf die traditionellen Einberufungsperioden im Frühjahr und Herbst zu stützen.

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Obwohl das russische Gesetz Wehrpflichtigen formal den Einsatz im Ausland untersagt, zeigen Berichte, die von Digi24 zitiert werden, dass einige ermutigt oder unter Druck gesetzt werden, Verträge mit dem Verteidigungsministerium zu unterzeichnen, bevor sie in die Ukraine entsandt werden.

Neues Personaldekret

Parallel zu diesen Rekrutierungsbemühungen unterzeichnete Putin ein Dekret zur Aktualisierung der genehmigten Größe der russischen Streitkräfte. Das Dokument vom 4. März 2026 wurde laut RBC-Ukraine auf offiziellen russischen staatlichen Rechtsportalen veröffentlicht.

Das Dekret legt die genehmigte Personalstärke der Streitkräfte auf 2.391.770 Mitglieder fest, darunter 1.502.640 aktive Soldaten. Das ukrainische Medium schreibt, dass im vorherigen Dekret vom September 2024 insgesamt 2.389.130 Personen sowie 1,5 Millionen aktive Soldaten aufgeführt waren.

Die Änderung entspricht somit einer Erhöhung um 2.640 Personen.

Der Kyiv Independent stellte außerdem fest, dass Russland die offizielle Größe seiner Streitkräfte seit Beginn seiner groß angelegten Invasion der Ukraine im Jahr 2022 wiederholt angepasst hat.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte, dass Russland letztlich beabsichtige, sein Militär bis 2030 auf etwa 2,5 Millionen Angehörige zu erweitern, und forderte zugleich die europäischen Verbündeten auf, größere gemeinsame Verteidigungsfähigkeiten zu entwickeln.

Zusammen deuten die Rekrutierungspläne und die Dekretanpassungen darauf hin, dass Moskau sich auf einen langwierigen Krieg vorbereitet und zugleich versucht, eine weitere groß angelegte Mobilisierung zu vermeiden.

Quellen: Digi24, RBC-Ukraine, Kyiv Independent