Startseite Krieg Putin fordert Defizitabbau – nun erhöhen russische Regionen die Steuern

Putin fordert Defizitabbau – nun erhöhen russische Regionen die Steuern

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Die Maßnahmen sollen sowohl normale Russen als auch Unternehmen treffen.

Hinter den Kulissen spüren Russlands Regionen die erheblichen finanziellen Belastungen des Konflikts in der Ukraine.

Um dem entgegenzuwirken, drängt der Föderale Steuerdienst nun die Regionalregierungen, die Steuern für Anwohner und Unternehmen zu erhöhen.

Laut The Moscow Times, die sich auf das russische Nachrichtenportal RBC beruft, seien diese Anweisungen direkt von ganz oben gekommen. Präsident Wladimir Putin habe die lokalen Behörden direkt angewiesen, ihre Defizite so schnell wie möglich abzubauen, um eine Fiskalkrise zu vermeiden.

Bis Anfang Juni mussten die Gouverneure ihre endgültigen Vorschläge einreichen.

Berichte von RBC zeigen, dass der Steuerdienst die Regionen dazu anhalten will, die Transportsteuereinnahmen sofort zu maximieren. Er wolle zudem die Grundsteuern auf Basis von Marktwerten ausweiten. Lokale Beamte seien sogar angewiesen worden, unsachgemäß genutzte Grundstücke zu identifizieren, damit die Steuersätze um ein Vielfaches erhöht werden könnten.

Ein massives Defizit

Die Zahlen sind alarmierend. Im vergangenen Jahr erreichte das kumulierte Defizit der russischen Regionen schwindelerregende 1,538 Billionen Rubel, was umgerechnet etwa 20,8 Milliarden US-Dollar entspricht.

Diese Lücke ist fünfmal größer als das im Jahr 2024 verzeichnete Defizit. Schlimmer noch: Sie stellt eine Verachtfachung gegenüber dem Vorjahr dar.

Statistiken der Ratingagentur ACRA zeigen, dass die Körperschaftsteuereinnahmen in 55 Regionen zurückgingen.

Einige Regionen verzeichneten einen Rückgang der Einnahmen um bis zu die Hälfte. Um dies aufzufangen, mussten die lokalen Regierungen ein Drittel ihrer Bankreserven aufbrauchen.

Tiefer in der Verschuldung

Der Druck dürfte kaum nachlassen. Finanzminister Anton Siluanow warnte zuvor, dass das regionale Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf 1,9 Billionen Rubel steigen könne.

Um handlungsfähig zu bleiben, haben sich die Regionalregierungen stark auf Kreditaufnahmen verlassen. Die gesamte regionale Verschuldung ist auf 3,5 Billionen Rubel gestiegen, da die Behörden versuchen, Ausgaben zu decken, die sie sich nicht mehr leisten können.

Und genau hier liegt die eigentliche Herausforderung. Analysten der Ratingagentur Expert RA warnen, dass die wirtschaftliche Verlangsamung die Einnahmeerhebung weiterhin belasten und zu höheren Schuldenlasten sowie weniger Handlungsspielraum für die Regionalregierungen führen werde.