Russland setzt darauf, dass künstliche Intelligenz endlich Fortschritte an den Frontlinien in der Ukraine ermöglicht.
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Militärplaner glauben, dass neue Software langjährige taktische Probleme beheben könnte. Analysten warnen jedoch, dass ein übersehener Faktor die Wirkung von Anfang an begrenzen könnte.
Festgefahrene Offensiven
Im vierten Jahr der Kämpfe ist es den russischen Streitkräften trotz überlegener Truppenstärke und Ausrüstung nicht gelungen, in der Ukraine einen entscheidenden Durchbruch zu erzielen.
Laut Forbes liegt eine zentrale Schwäche in der starren Kommandostruktur der Armee und der geringen Entscheidungsfreiheit auf unteren Ebenen.
Jüngere Offiziere verfügen oft weder über ausreichende Erfahrung noch über die nötige Autorität, um sich auf dem Gefechtsfeld anzupassen. Entscheidungen bleiben zentralisiert, was Reaktionen verlangsamt und Initiative bei schnell verlaufenden Gefechten hemmt.
Diese doktrinäre Starrheit habe Russlands Fähigkeit, Chancen am Boden zu nutzen, wiederholt untergraben, berichtete Forbes.
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Wende zur Software
Die russische Militärführung hofft nun, dass Technologie diese Defizite ausgleichen kann.
Das Verteidigungsministerium hat Pläne angekündigt, ein System künstlicher Intelligenz mit dem Namen „Svod“ an Frontverbände auszuliefern.
Die Plattform soll Daten aus Satellitenaufklärung, Luftaufklärung, Geheimdienstberichten und offenen Quellen sammeln und analysieren.
Auf Basis dieser Informationen modelliert sie mögliche Gefechtsszenarien und gibt Kommandeuren Handlungsempfehlungen.
Laut Forbes sehen Offizielle in Svod eine Möglichkeit, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und den Mangel an erfahrenen Offizieren auf taktischer Ebene auszugleichen.
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Schneller Einführungsplan
Öffentlichen Informationen zufolge handelt es sich bei Svod nicht um spezielle Hardware. Stattdessen ist es eine Softwarelösung, die auf bestehenden militärischen Computern und Tablets der Kommandeure laufen soll.
Forbes berichtete, dass die Tests im Dezember 2025 abgeschlossen wurden und die Einführung im April 2026 beginnen soll.
Die russischen Behörden planen, das System bis zum Herbst in allen Einheiten der Streitkräfte einzuführen.
Dieser ehrgeizige Zeitplan deutet auf großen Zeitdruck hin. Wie Forbes anmerkte, scheint das Programm eher darauf ausgerichtet zu sein, Führungsdefizite schnell zu überbrücken, als tiefgreifende und langfristige Reformen umzusetzen.
Der ukrainische Faktor
Die Wirksamkeit des Systems könnte durch die Art des Gegners eingeschränkt werden.
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Forbes wies darauf hin, dass KI-gestützte Entscheidungshilfen am besten gegen Gegner funktionieren, die vorhersehbaren Doktrinen folgen.
Der militärische Ansatz der Ukraine ist deutlich anders. Er setzt auf ständige Anpassung, schnelles Lernen und die häufige Einführung neuer Taktiken und Technologien.
„Diese Dynamik macht es deutlich schwieriger, das Handeln der Ukraine präzise zu modellieren, wodurch die Fähigkeit von Svod eingeschränkt wird, russischen Kommandeuren wirklich wirksame Ratschläge auf dem Gefechtsfeld zu liefern“, heißt es in dem Artikel.
Während die Ukraine ihre Methoden weiterentwickelt, könnten russische Kommandeure laut Analysten weiterhin Schwierigkeiten haben, algorithmische Empfehlungen in reale Erfolge umzusetzen.
Technologie kann Berechnungen beschleunigen, aber sie kann Urteilsvermögen auf dem Schlachtfeld in einem von Improvisation und Wandel geprägten Krieg nicht einfach ersetzen.
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Quellen: LA.LV, Forbes