Der Veteran, der Putin warnte, wurde inzwischen verhaftet.
Sich gegen die Mächtigen zu äußern, ist immer ein gefährliches Unterfangen, besonders in Zeiten schwerer militärischer Konflikte.
Wenn ein gewöhnlicher Bürger beschließt, seinen tiefen Frust direkt gegenüber dem obersten Staatsführer zu äußern, ist die offizielle Reaktion oft schnell und kompromisslos.
Eine virale Botschaft hat gerade gezeigt, wie riskant diese Entscheidung sein kann.
Eine kühne Warnung
Ein ehemaliger Militärkommandeur sorgte kürzlich für großes Aufsehen im Internet, nachdem er eine Videobotschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet hatte.
Der Clip verbreitete sich rasant im Internet und erreichte innerhalb von nur 24 Stunden rund 12 Millionen Aufrufe.
Laut der Deutschen Welle warf der 39-jährige Alexander Lunin ranghohen Militärs vor, gewöhnliche Soldaten zu foltern und zu misshandeln.
Er behauptete, Kommandeure hätten Soldaten bestraft, die sich weigerten, seinen Worten zufolge „dummen Selbstmordbefehlen“ zu gehorchen oder Bargeld abzugeben.
Der Veteran hielt sich nicht zurück und warnte, dass die Wut innerhalb der Streitkräfte völlig außer Kontrolle geraten könne. Er erklärte, dass „die Armee ihre Waffen gegen den Kreml richten werde“, falls er kein persönliches Treffen mit dem Präsidenten erhalte.
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Die plötzliche Stille
Kurz nachdem er seine brisanten Behauptungen aufgestellt hatte, reiste Lunin in Richtung Moskau, wo er schnell aus der Öffentlichkeit verschwand. Die Behörden handelten rasch und nahmen sein Elternhaus in der Oblast Woronesch ins Visier.
Die Deutsche Welle berichtete, dass die Polizei das Haus während der Nacht durchsuchte und Laptops sowie weitere elektronische Geräte beschlagnahmte. Später erschien eine Nachricht auf Lunins Telegram-Kanal. Darin wurde bestätigt, dass die Polizei ihn für elf Tage in Verwaltungshaft hält.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow räumte ein, dass die Behörden von dem dramatischen Video wussten. Peskow behauptete jedoch, die Präsidialverwaltung habe „noch keine Zeit gehabt, sich damit vertraut zu machen“.
Hintergrund von der Front
Vor seiner plötzlichen Verhaftung stellte Lunin klar, dass er keinen Putschversuch unternehmen wolle. Er bestand darauf, lediglich die tatsächlichen Zustände innerhalb der Streitkräfte aufdecken zu wollen. Er behauptete sogar, ungenannte Vertreter der Sicherheitsdienste hätten ihn dazu ermutigt, sich öffentlich zu äußern.
Der 39-Jährige war kein Unbekannter an der Front, da er zuvor als Aufklärungskommandeur in einer Freiwilligeneinheit gedient hatte. Er kämpfte außerdem in der Oblast Kursk und erlitt während seines Dienstes eine Gehirnerschütterung.
