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Putins Ölwirtschaft erleidet weiteren Rückschlag, da Partner sich von Russland abwendet

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Westliche Sanktionen setzen Russlands Wirtschaft weiterhin unter Druck und zwingen den Kreml, nach alternativen Märkten zu suchen, um wichtige Einnahmen zu sichern.

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Ölexporte, ein Grundpfeiler der Moskauer Staatsfinanzen, sind zunehmend anfällig geworden, da traditionelle Abnehmer ihre Beziehungen zu Russland neu bewerten.

Nun beginnt einer von Russlands wichtigsten Energiepartnern, sich zurückzuziehen.

Indien, das sich nach der Invasion der Ukraine zu einem bedeutenden Käufer von vergünstigtem russischem Rohöl entwickelt hatte, verlagert einen Teil seiner Nachfrage auf andere Lieferanten und versetzt Moskaus Bemühungen zur Stabilisierung der kriegsbelasteten Wirtschaft damit einen weiteren Schlag.

Deal mit Angola

Die Indian Oil Corporation, der größte Raffineriekonzern des Landes, hat laut Reuters rund zwei Millionen Barrel Rohöl aus Angola für die Lieferung im März bestellt.

Der Kauf wurde vom US-Energiekonzern ExxonMobil vermittelt.

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Das Geschäft markiert eine spürbare Ausweitung von Indiens Engagement bei afrikanischen Produzenten. Angola, bereits ein wichtiger Exporteur, profitiert von Indiens Bestreben, seine Lieferketten zu diversifizieren.

Die Lieferung ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung von Indiens Rohölbeschaffung.

Abkehr von Russland

Im selben Vertrag sicherten sich indische Raffinerien auch Öl aus Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wie Reuters berichtete. Diese Lieferungen sollen geringere Mengen ersetzen, die zuvor aus Russland bezogen wurden.

Indische Behörden haben unter dem Druck der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten begonnen, Käufe von russischem Rohöl einzuschränken. Infolgedessen ist Russlands Anteil am indischen Markt deutlich gesunken.

Im Januar fielen Russlands Ölverkäufe nach Indien auf den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren, so Reuters.

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Sinkende Mengen

Daten des Centre for Energy and Clean Air Research, zitiert von der Times of India, zeigen, dass Indien im Dezember etwa 1,2 Millionen Barrel russisches Öl pro Tag importierte. Im November waren es noch rund 1,7 Millionen Barrel pro Tag.

Der Rückgang bedeutet erhebliche Einnahmeverluste für Moskau, das sich seit den westlichen Sanktionen stark auf Indien als Absatzmarkt verlassen hat.

Analysten sagen, der Trend spiegele sowohl geopolitischen Druck als auch Indiens Wunsch wider, die Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten zu verringern.

Afrika gewinnt an Bedeutung

Während Russlands Rolle schwindet, rücken afrikanische Exporteure nach. Insbesondere Libyen dürfte seine Position auf dem globalen Ölmarkt auf Kosten Russlands stärken.

Experten weisen darauf hin, dass Libyens tägliche Ölproduktion zuletzt 1,375 Millionen Barrel erreichte, den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Das Land strebt an, die Förderung bis Ende 2026 auf mindestens 1,6 Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen.

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Mit steigender Produktion und geringeren politischen Einschränkungen werden afrikanische Anbieter für Käufer wie Indien zunehmend attraktiver.

Quellen: Reuters, Times of India, WP.