Der ukrainische Militärgeheimdienst erklärt, ein Gespräch abgefangen zu haben, das darauf hindeutet, dass russische Kommandeure verletzte Soldaten zwingen, in den Kampfeinsatz zurückzukehren.
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Nach Angaben aus Kiew zeigt die Aufnahme, was als mangelhafter Umgang mit Personal innerhalb der russischen Streitkräfte beschrieben wird.
Abgehörtes Telefonat
Die Hauptverwaltung für Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums veröffentlichte eine Audioaufnahme, die laut eigenen Angaben einen russischen Infanteristen zeigt, der sich bei seinem Vorgesetzten über schwere Verletzungen beschwert.
In der Aufnahme schildert der Soldat demnach schwere Erfrierungen, verletzte Hände und Anzeichen von Wundbrand bei sich und seinen Kameraden. Er sagt, sie benötigten medizinische Behandlung und Verbände.
Trotzdem bestehe der Kommandeur darauf, dass Befehle ausgeführt werden müssten, so der ukrainische Geheimdienst.
„Diese Abhörmaßnahme zeigt erneut die völlige Missachtung von Leben und Gesundheit des Personals der russischen Armee“, erklärte die Behörde in einer Stellungnahme.
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Muster von Druck
Ukrainische Vertreter erklärten, die Aufnahme spiegele ein breiteres Muster von Zwang innerhalb russischer Einheiten wider.
Ukrinform berichtete zuvor, ein weiteres abgefangenes Gespräch habe angeblich einen russischen Kommandeur gezeigt, der mit körperlicher Gewalt drohte, um Untergebene zu einem Angriff zu zwingen.
Die Vorwürfe konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Anhaltende Angriffe
Die Veröffentlichung der Aufnahme erfolgte, während die Kämpfe entlang der Frontlinie andauerten.
Die ukrainischen Luftverteidigungskräfte erklärten, sie hätten 127 von 136 in der Nacht gestarteten russischen Drohnen zerstört.
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Andernorts wurden russische Angriffe aus mehreren Regionen gemeldet. In der Region Donezk griffen russische Streitkräfte eine zentrale Filiale des staatlichen Postunternehmens Ukrposhta in Druschkiwka an, wie Unternehmenschef Ihor Smilianskyj mitteilte.
„Heute hat der Feind bereits zum dritten Mal unsere zentrale Filiale in Druschkiwka in der Region Donezk angegriffen“, schrieb Smilianskyj auf Telegram.
Er sagte, die Filiale arbeite wegen der Ausgangssperre nur eingeschränkt, versorge jedoch viele Anwohner. Trotz der Schäden durch den jüngsten Angriff werde eine Wiederherstellung erwartet, sofern die Sicherheitslage dies zulasse.
Zuvor war im Februar eine mobile Ukrposhta-Filiale in der Region Sumy getroffen worden, wobei der Fahrer ums Leben kam.
Quelle: Ukrinform