Startseite Krieg Putins Paranoia erreicht neue Dimensionen: „Bis zur Absurdität“

Putins Paranoia erreicht neue Dimensionen: „Bis zur Absurdität“

putin sweating unhappy
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Er meidet nun gänzlich den Luftweg.

Sicherheit ist ein normaler Bestandteil des Lebens von Staats- und Regierungschefs.

Doch wenn ein Konflikt sich über Jahre hinzieht, können grundlegende Sicherheitsprotokolle zu aufwendigen Versteckspielen ausarten.

Schließlich übernimmt die Paranoia vollständig die Kontrolle.

Ein Leben im Verborgenen

Der russische Präsident Wladimir Putin unternimmt extreme Anstrengungen, um seine Reisepläne zu verschleiern. Sein Sicherheitsteam hat wilde neue Strategien entwickelt, da ukrainische Drohnen immer tiefer in russisches Territorium vordringen.

Ein aktueller Bericht der New York Times, zitiert von United24Media, beschreibt detailliert, wie der Kreml präsidiale Scheinkonvois einsetzt. Diese massiven Kolonnen rasen völlig leer durch die Moskauer Straßen. Die vorgetäuschten Fahrten verwirren jeden, der versucht, ihn zu verfolgen.

Die Täuschung reicht weit über den Stadtverkehr hinaus. Um seinen Aufenthaltsort vollständig zu verschleiern, hat Putin in seinen verschiedenen Residenzen in den Moskauer Vororten und im Schwarzmeer-Kurort Sotschi nahezu identische Büros einrichten lassen.

Der Investigativjournalist Michail Rubin deckte die Zwillingsbüros erstmals im Jahr 2020 auf. Radio Free Europe und Radio Liberty fanden später winzige Unterschiede bei Türgriffen und Wandnähten. Diese subtilen Details bewiesen, dass die Sendungen von verschiedenen Orten stammten.

Spiel mit der Zeit

Das Staatsfernsehen trägt aktiv dazu bei, die Illusion aufrechtzuerhalten. Russische Journalisten bezeichnen diese vorab aufgezeichneten Sendungen als „Konserven“. Regierungsvertreter filmen Besprechungen Tage oder Wochen, bevor sie tatsächlich im Fernsehen ausgestrahlt werden.

Die im Exil lebende Journalistin Farida Rustamova hat ungeschickte Fehler in dieser Medienstrategie aufgedeckt. Ihr fiel auf, dass Beamte veraltete Ereignisse besprachen oder in verschiedenen Sendungen mit unterschiedlichen Frisuren auftauchten.

Manchmal verrät der Hintergrund den Trick. Reporter, die die angeblich Live-Sendungen verfolgten, haben sogar das Welken und den umgekehrten Verfall von Büropflanzen untersucht, um zu beweisen, dass der Zeitplan gefälscht war.

Der Phantomzug

Wenn der russische Staatschef tatsächlich reisen muss, meidet er den Luftweg gänzlich. Die New York Times berichtet, dass Putin sich auf einen geheimen gepanzerten Zug verlässt, um Satellitenortung und Flugradare zu umgehen.

Die gepanzerte Lokomotive sieht äußerlich wie ein gewöhnlicher Personenzug aus, verfügt aber über einen Fitnessraum, ein Spa und spezielle Kommunikationsausrüstung. Sie verkehrt auf geheimen Bahnstrecken, die zu versteckten, nur für ihn gebauten Bahnhöfen führen.

„Putin ist in diesem Sinne eine Karikatur einer Figur, die alles, was um sie herum geschieht, bis zur Absurdität getrieben hat“, sagte Rubin der New York Times.

Die extremen Sicherheitsmaßnahmen waren während seiner Reise im August nach Nowosibirsk offensichtlich. Die Behörden kappten Mobilfunknetze und wiesen Anwohner an, sich von Fenstern fernzuhalten. Sie schalteten sogar digitale Benzinpreisanzeigen ab, um eine nationale Kraftstoffkrise zu verbergen, während sein Konvoi vorbeifuhr.

Quellen: United24 Media, The New York Times, Radio Free Europe und Radio Liberty