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Putins Plan für Russland geleakt: Experte sagt, er „wirkt eher wie eine Fantasie“

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Harold Escalona / Shutterstock.com

Russlands Führung verspricht öffentlich eine technologische Transformation unter dem Druck von Sanktionen und Krieg.

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Hinter den Kulissen zeichnen interne Einschätzungen jedoch ein deutlich weniger zuversichtliches Bild.

Dokumente, die von westlichen Journalisten eingesehen wurden, deuten auf eine wachsende Kluft zwischen den Ambitionen des Kreml und der wirtschaftlichen Realität des Landes hin.

Verborgene Abhängigkeit

Ein vom russischen Wirtschaftsministerium erstellter Bericht, den die Financial Times geprüft hat, räumt ein, dass das Land in mehreren strategischen Sektoren weiterhin stark von ausländischen Importen abhängig ist.

Dazu zählen Maschinenbau, Drohnenproduktion und die Energieindustrie, die alle direkt mit Russlands militärischer Leistungsfähigkeit verbunden sind.

Laut dem Dokument sind die Bemühungen, Nicht-Energie-Exporte auszuweiten und stabile Systeme für Produktion und Wartung ohne westliche Lieferungen aufzubauen, weitgehend ins Stocken geraten.

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Die Sanktionen, so wird eingeräumt, hätten strukturelle Schwächen offengelegt, anstatt die Unabhängigkeit zu beschleunigen.

Große Versprechen

Trotz dieser Rückschläge behauptet das Ministerium, Russland könne bis 2030 eine rasche technologische Selbstversorgung erreichen.

Das Dokument beschreibt eine wirtschaftliche Transformation als unvermeidlich und skizziert Ziele, die die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten innerhalb der nächsten fünf Jahre deutlich verringern würden.

Experten, die die Pläne für die Financial Times bewerteten, sagten, solche Prognosen seien von den aktuellen Bedingungen losgelöst.

Sie verweisen auf einen deutlichen Gegensatz zwischen den formulierten Zielen für 2030 und Russlands tatsächlicher Leistung im Jahr 2024.

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Experten widersprechen

Alexandra Prokopenko, Forscherin am Carnegie Berlin Center for Russia and Eurasia, sagte, die Pläne konzentrierten sich auf Bereiche, die besonders stark von Sanktionen betroffen seien.

„Wir sprechen hier über Schlüsseltechnologien und Industrien, die für die Kriegsführung und die allgemeine Selbstversorgung notwendig sind und stark von Importen abhängen“, sagte sie.

Westliche Restriktionen haben Moskau zunehmend dazu gezwungen, sich an China zu wenden.

Eine Studie der Kyiv School of Economics ergab, dass China im Jahr 2023 etwa 90% der russischen importierten Mikroelektronik lieferte, was zeigt, dass die Abhängigkeit eher verlagert als beseitigt wurde.

Geldprobleme

Das Dokument fordert, dass öffentliche und private Investitionen in Forschung und Entwicklung bis 2030 auf mehr als das Doppelte steigen und 2% des BIP erreichen sollen.

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Helija Simola, leitende Ökonomin am Institute for Emerging Economies der Bank of Finland, bezeichnete dies angesichts der begrenzten russischen Finanzmittel und der anhaltenden Importabhängigkeit als unrealistisch.

Der Bericht prognostiziert außerdem, dass bis 2030 80% der Unternehmen in Schlüsselbranchen russische Software nutzen werden, verglichen mit 46% im Jahr 2024. Prokopenko wies dieses Ziel zurück und sagte:

„Diese Ziele für 2030 wirken für Putin eher wie eine Fantasie als wie ein realistischer Plan.“

Finanzielle Belastungen sind bereits sichtbar.

Russlands Haushalt für 2026 basierte auf einem Ölpreis von 59 US-Dollar pro Barrel, doch Urals-Rohöl lag im Dezember im Durchschnitt bei 39 US-Dollar.

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Als Reaktion darauf hat Wladimir Putin Steuererhöhungen genehmigt, die in diesem Jahr rund 11,3 Milliarden Euro von russischen Bürgern einbringen sollen.

Quellen: Financial Times, Carnegie Berlin Center, LA.lv.