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Putins Raketen beschädigen UNESCO-Welterbestätte

Kyiv_Pechersk_Lavra
Ввласенко, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Eine Nacht intensiver Luftangriffe über Kyjiw hat sichtbare Spuren an einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt hinterlassen.

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Ukrainische Behörden sagen, der Schaden gehe über die unmittelbare Zerstörung hinaus und treffe einen Ort von großer historischer und kultureller Bedeutung.

Nacht der Angriffe

Russische Raketen- und Drohnenangriffe auf Kyjiw in der Nacht zum Samstag haben Gebäude der Kyjiw-Petschersk-Lawra, auch bekannt als Höhlenkloster, beschädigt, teilte das ukrainische Kulturministerium mit.

Der Komplex steht auf der Liste des UNESCO-Welterbes.

„In der Nacht des 24. Januar wurden im Nationalreservat Kyjiw-Petschersk-Lawra, das in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen ist, infolge eines massiven Angriffs mit russischen Raketen und Drohnen auf Kyjiw Schäden verursacht“, erklärte das Ministerium in einer Stellungnahme, wie von AFP berichtet und von Agerpres zitiert.

Die Angriffe waren Teil einer größeren Angriffswelle auf die ukrainische Hauptstadt.

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Ausmaß der Schäden

Nach Angaben des Ministeriums wurden die Fassaden, Türen und Fenster von zwei Gebäuden innerhalb des Klosterkomplexes beschädigt. Eines der betroffenen Bauwerke ist eine Kirche.

Beamte erklärten, es werde eine technische Untersuchung durchgeführt, um „die Bausubstanz zu bewerten“ und das volle Ausmaß der Schäden festzustellen.

Die Lawra mit ihren goldenen Kuppeln und dem antiken Höhlensystem zählt zu den bedeutendsten religiösen und kulturellen Wahrzeichen der Ukraine.

Kulturelle Verluste

Das Kulturministerium betonte, dass die Schäden am Kloster Teil eines größeren Musters seien.

Seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion im Jahr 2022 seien „1.640 Kulturdenkmäler und 2.446 Einrichtungen der kulturellen Infrastruktur beschädigt worden“, hieß es.

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Ukrainische Behörden werfen Russland wiederholt vor, im Krieg gezielt Kulturerbestätten zu zerstören oder zu beschädigen.

Moskau bestreitet, zivile oder kulturelle Ziele absichtlich anzugreifen.

Ein umstrittener Ort

Die Kyjiw-Petschersk-Lawra stand in den vergangenen Jahren mehrfach im Zentrum von Kontroversen.

Ukrainische Behörden hatten Mönche aus dem Komplex verwiesen und ihnen vorgeworfen, Verbindungen nach Moskau zu unterhalten.

Der Abt des Klosters wurde unter Hausarrest gestellt, kurzzeitig inhaftiert und später gegen Kaution freigelassen, wie frühere Berichte zeigten.

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Diese Auseinandersetzungen haben jede Beschädigung des Ortes politisch besonders sensibel gemacht.

Tödlicher Zeitpunkt

Bei den Luftangriffen in der Nacht zum Samstag wurden nach Angaben ukrainischer Behörden mindestens eine Person getötet und 27 weitere verletzt.

Die Angriffe erfolgten zu einem Zeitpunkt, als ukrainische, russische und amerikanische Delegationen in Abu Dhabi Gespräche über ein mögliches Ende des Krieges führten.

Der Zeitpunkt der Angriffe hat in Kyjiw Kritik ausgelöst. Dort heißt es, Russland setze den militärischen Druck fort, obwohl diplomatische Bemühungen laufen.

Quellen: AFP, Agerpres, Ukrainisches Kulturministerium, Digi24.

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