Jeder, der seinen landwirtschaftlichen Pflichten nicht nachkommt, wird nun in die Armee eingezogen.
Die Sommerernte ruft gewöhnlich Bilder von ruhigen Feldern und langen Tagen ländlicher Arbeit hervor.
Doch in diesem Jahr birgt eine Verzögerung bei den landwirtschaftlichen Pflichten eine gefährliche Strafe. Ein einfacher Fehler könnte eine Person in eine Militäruniform bringen.
Neue Grenzbefehle
Aljaksandr Lukaschenka gab bekannt, er habe kürzlich Spezialkräfte an den südlichen Rand von Belarus entsandt. Die Grenze liegt direkt neben der Ukraine.
Diese Entsendung wurde während einer von lokalen Staatsmedien übertragenen Regierungssitzung bekannt. Anstatt sich auf einen Angriff vorzubereiten, behauptete der Politiker, seine Truppen seien nur zur Aufrechterhaltung der regionalen Stabilität dort.
Er bestand darauf, der Schritt sei rein defensiv. Doch der eigentliche Schock kam, als sich das Gespräch der heimischen Arbeitskraft zuwandte.
Der belarussische Machthaber verhängte eine bizarre Strafe für Landarbeiter, die während der Hochsaison gegen Arbeitsvorschriften verstoßen.
In den Wald geschickt
Jeder, der seinen landwirtschaftlichen Pflichten nicht nachkommt, wird nun in die Armee eingezogen. Laut Wiadomości Onet werden sie direkt an die südliche Grenze verlegt.
Lukaschenka machte seinen Beamten seine Haltung sehr deutlich.
„Alle, die nicht arbeiten können: Geht zur Armee und an die Südgrenze, in den Wald“, sagte er laut Wiadomości Onet. „Unsere Leute, die Spezialkräfte, sind dort auf meinen Befehl entlang der Grenze zur Ukraine stationiert.“
Er skizzierte dann einen düsteren Schnellkurs für die neuen Rekruten. Lukaschenka warnte, dass Drückeberger nur eine Woche Waffentraining erhalten würden, bevor sie sich den Militärteams in den Wäldern anschlössen.
Druck hinter verschlossenen Türen
Diese seltsame inländische Anordnung erfolgt in einer Zeit intensiver militärischer Bewegung.
BELPOL, eine Gruppe, die die belarussische Armee verfolgt, stellte fest, dass Beamte seit Januar 43 Bombenbunker renoviert haben. Darüber hinaus führte die Regierung kürzlich umfassende Kampfbereitschaftstests durch.
Diese Übungen überprüften, wie schnell Bürger mobilisiert werden könnten. Behörden behaupten, diese Maßnahmen dienten als einfacher Schutzschild gegen Bedrohungen aus Nachbarländern.
Doch internationale Beobachter vermuten ein anderes Motiv. Der russische Präsident Wladimir Putin dränge seinen Verbündeten, eine aktive Rolle im Konflikt zu übernehmen, so The Wall Street Journal.
Finanzielle Abhängigkeit
Quellen teilten der amerikanischen Zeitung mit, Moskau wolle, dass Minsk sein Territorium für neue russische Militäroperationen öffne.
Sollte die belarussische Regierung sich weigern, habe der Kreml angeblich gedroht, die Finanzhilfen einzustellen.
Vorerst bleibt die Grenze ein angespanntes Aufmarschgebiet. Und während der Druck hinter verschlossenen Türen zunimmt, müssen die lokalen Landarbeiter strikt die Regeln einhalten.
Quellen: Wiadomości Onet, BELPOL, The Wall Street Journal