Die russische Armee sucht händeringend nach Wegen, ihre Verluste auszugleichen.
Wir kennen die genaue Zahl der russischen Verluste im Krieg in der Ukraine nicht, da der Kreml keine offiziellen Verlustzahlen veröffentlicht.
Nach Angaben des Generalstabs der Streitkräfte der Ukraine hat Russland seit Beginn des umfassenden Krieges im Februar 2022 fast 1,32 Millionen Mann verloren, doch diese Zahlen sind nicht unabhängig überprüfbar.
Im Januar 2026 schätzte ein Bericht des Center for Strategic and International Studies die russischen Verluste zu diesem Zeitpunkt auf fast 1,2 Millionen.
Angesichts von Verlusten dieser Größenordnung überrascht es nicht, dass Russland händeringend nach Wegen sucht, seine Verluste auszugleichen, und nun scheint eine neue Kampagne darauf abzuzielen, Soldaten zu rekrutieren, die seit Jahrzehnten außer Dienst sind.
Wachsender Druck
In einem auf Telegram veröffentlichten Beitrag haben Beamte in der russischen Region Leningrad ukrainische Kriegsveteranen und ehemalige Sowjetsoldaten dazu aufgerufen, sich für Dreijahresverträge zu verpflichten, um die Luftverteidigungseinheiten zu stärken.
Um dies ins rechte Licht zu rücken: Die Sowjetunion löste sich 1991 auf, was bedeutet, dass ein Soldat, der in diesem Jahr im Alter von 18 Jahren eintrat, im Jahr 2026 53 Jahre alt wäre.
Der Aufruf folgt auf eine Welle von Drohnenangriffen auf Ölexportanlagen, die eine wichtige staatliche Einnahmequelle gestört und Lücken in den Schutzsystemen aufgezeigt haben.
Nach Angaben der regionalen Behörden wird erfahrenes Personal benötigt, um fortschrittliche Verteidigungsausrüstung zu bedienen, da die Bedrohungen zunehmen.
Gouverneur Alexander Drozdenko erklärte in dem Telegram-Beitrag, dass neue „mobile Feuergruppen“ eingesetzt würden, um Luftrisiken zu begegnen.
Umfassendere Herausforderungen
Hochrangige Beamte, darunter Sergei Schoigu und Nikolai Patruschew, haben Finnland und die baltischen Staaten beschuldigt, ukrainische Drohnenoperationen zu ermöglichen, eine Behauptung, die diese Länder bestreiten.
Obwohl Russland eines der größten Militärs der Welt unterhält, steht es vor Personalproblemen.
Das Institute for the Study of War berichtet von einem Rückgang der Rekrutierung, obwohl der Kreml im Jahr 2026 409.000 zusätzliche Soldaten einstellen will.
Begrenzte spezialisierte Kräfte haben den Fortschritt auf dem Schlachtfeld verlangsamt, wobei die Vorstöße in einigen Gebieten nur 10 bis 50 Meter pro Tag betragen.
Quellen: The Daily Express, Generalstab der Streitkräfte der Ukraine, Reuters, Institute for the Study of War, Center for Strategic and International Studies