Eine neue Modifikation russischer Angriffsdrohnen sorgt unter ukrainischen Analysten für Besorgnis, obwohl sie auf den ersten Blick relativ einfach erscheint. Experten erklären, dass die Taktik weniger auf Feuerkraft als vielmehr auf Verwirrung abzielt.
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Die Veränderung könnte die Reaktion der Ukraine auf eingehende Luftbedrohungen erschweren.
Neue Drohnentaktik
Laut WPTech haben russische Streitkräfte begonnen, Shahed-Drohnen mit Attrappen von R-60-Luft-Luft-Raketen auszustatten.
Sergei „Flash“ Beskrestnow, ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, hob diese Entwicklung hervor und betonte, dass die Ergänzungen nicht unbedingt dazu dienen, die Zerstörungskraft zu erhöhen.
Stattdessen scheint das Ziel psychologischer und taktischer Natur zu sein.
„Der Feind hat begonnen, Attrappen von R-60-Raketen an Shaheds anzubringen. Ihr Ziel ist es, unsere Luftwaffe einzuschüchtern und Aufmerksamkeit zu erregen“, schrieb Beskrestnow auf Facebook, wie von WPTech zitiert.
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Strategie der Verwirrung
Experten sagen, dass das Vorhandensein solcher Täuschkörper ukrainische Kräfte dazu zwingen könnte, diese Drohnen als höheres Risiko einzustufen.
Dies könnte die Aufmerksamkeit von anderen eingehenden Bedrohungen ablenken und die Luftverteidigungsressourcen, insbesondere Abfangdrohnen und Flugzeuge, stärker beanspruchen.
Die Taktik könnte auch zu Zögern oder Fehleinschätzungen bei Piloten führen, die das Gefahrenniveau schnell beurteilen müssen.
Echt oder Attrappe
Zusätzlich erschwert wird die Lage dadurch, dass einige russische Drohnen Berichten zufolge tatsächlich R-60-Raketen tragen können.
Diese Überschneidung zwischen echten und falschen Nutzlasten macht es schwieriger, reale Bedrohungen in Echtzeit von Täuschungen zu unterscheiden.
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Beskrestnow betonte, dass die Entwicklung verlässlicher Identifikationsmethoden nun entscheidend für die ukrainische Verteidigung sein wird.
Fortlaufende Entwicklung
Laut WPTech reichen die ersten Sichtungen solcher modifizierten Drohnen bis in den Dezember 2025 zurück, mit mehreren Bestätigungen seitdem durch geborgene Wrackteile.
Die R-60-Rakete selbst wiegt etwa 44 Kilogramm und nutzt Infrarotlenkung, wobei Drohnen aufgrund von Gewichtsbeschränkungen in der Regel nur eine tragen können.
Ähnliche Modifikationen könnten auch bei Geran-2-Drohnen angewendet werden, Russlands im Inland produzierte Versionen des Shahed-Systems.
Quellen: WPTech