Russland steht bei der Versorgung mit militärischem Material für den Krieg in der Ukraine zunehmend unter Druck.
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Mehrere Angriffe auf russische Infrastruktur in den vergangenen zwei Jahren haben Moskau gezwungen, sich stärker auf ausländische Partner zu verlassen, um bestimmte Produktionslinien am Laufen zu halten.
Fabrik weiterhin zerstört
Russland ist es laut russischen Medienberichten, auf die sich Wirtualna Polska beruft, nicht gelungen, die Glasfaserproduktion im Werk Optikovolokonnye Systemy (OVS) in Saransk wiederherzustellen.
Die Anlage wurde im April und Mai 2024 durch ukrainische Drohnenangriffe zerstört.
Mit einer Wiederaufnahme der Produktion wird frühestens im Dezember 2027 gerechnet.
Bis dahin muss Russland Glasfaserkabel aus China importieren.
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Drohnenbedarf steigt stark
Der Engpass ist besonders schwerwiegend, weil Glasfaserkabel häufig zur Steuerung russischer FPV-Drohnen eingesetzt werden.
Laut Defense Romania haben sich die Importe dieser Kabel aus China etwa verzehnfacht.
Leonid Konik, der von der Publikation zitiert wird, erklärte, das Werk in Saransk habe zuvor jährlich etwa 4 Millionen Kilometer Glasfaser produziert.
Die Kabel seien an rund 20 russische Hersteller geliefert worden.
Schlüsseltechnologie auf dem Schlachtfeld
Analysten sagen, dass die Nachfrage nach Glasfaserkabeln stark gestiegen ist, weil Drohnen mit diesem Steuerungssystem schwerer zu stören sind.
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Defense Romania berichtete, dass FPV-Drohnen mit Glasfasersteuerung typischerweise Reichweiten von etwa 20 Kilometern erreichen können.
Das bedeutet, dass für den fortgesetzten Drohneneinsatz große Mengen an Kabel benötigt werden.
Laut Shen Chun, Analyst am chinesischen Forschungszentrum für Glasfaserkabel, könnte Russland bis 2025 etwa 10,5 Prozent der weltweiten Glasfaserproduktion gekauft haben.
Das entspricht rund 60 Millionen Kilometern.
Preise steigen stark
Russland steht nun vor einer zusätzlichen Herausforderung, da die Preise für chinesische Glasfaserkabel stark gestiegen sind.
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Hersteller in China haben ihre Preise in den vergangenen Monaten mehrfach erhöht.
Im vergangenen Jahr kostete das häufig verwendete Glasfaserkabel G.652D etwa 16 Yuan pro Kilometer.
Bis Januar 2026 war der Preis auf etwa 40 Yuan pro Kilometer gestiegen und ist seitdem weiter geklettert.
Die höheren Kosten zwingen nun russische Hersteller, ihre eigenen Preise ebenfalls zu erhöhen.
Quellen: Wirtualna Polska, Defense Romania, russische Medienberichte