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Russisches Geschäft macht Putin für steigende Preise verantwortlich: „Ein direkter Gesetzesverstoß“

Russisches Geschäft macht Putin für steigende Preise verantwortlich: „Ein direkter Gesetzesverstoß“
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Ein kleiner Laden im Süden Russlands ist nach dem Aushang eines regierungskritischen Plakats ins Zentrum eines politischen Streits geraten.

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Der Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit auf wachsende Spannungen innerhalb Russlands, da nationalistische Gruppen zunehmend aktiv gegen abweichende Meinungen vorgehen.

Über die Episode berichtete das unabhängige Medium SOTA.

Eine unverblümte Botschaft

Das Plakat erschien in einem Geschäft in der Stadt Busuluk in der russischen Region Orenburg. Es zeigte ein Foto von Wladimir Putin neben einer scharf formulierten Botschaft zu steigenden Preisen.

„Die Preise sind 2026 dank dieses Mannes gestiegen!“ lautete die Überschrift. Unter dem Bild hieß es weiter: „Bringen Sie ruhig Ihre Dankbarkeit zum Ausdruck!“

Fotos des Plakats verbreiteten sich online und erregten schnell Aufmerksamkeit über die Region hinaus.

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Reaktion von Nationalisten

Der Aushang verärgerte Mitglieder der nationalistischen Gruppe „Russische Gemeinschaft“, wie SOTA berichtet. Die 2020 gegründete Organisation unterstützt Putins Politik und Russlands Invasion in der Ukraine.

Die Gruppe ist rasch gewachsen und beansprucht inzwischen rund 150 regionale und kommunale Ableger im ganzen Land, darunter auch einen in der Region Orenburg.

Mitglieder dieses Ablegers entschieden sich demnach zu einem direkten Eingreifen.

Vertreter der Bewegung besuchten das Geschäft und forderten die Entfernung des Plakats.

Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen

In einer von SOTA zitierten Stellungnahme erklärte die Russische Gemeinschaft, das Plakat überschreite rechtliche und moralische Grenzen.

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„Meinungsfreiheit bedeutet nicht das Recht, die Regierung öffentlich zu demütigen und zu beleidigen“, erklärte die Gruppe.

„Dies ist kein ‚Scherz‘ oder eine ‚brillante Replik‘, sondern ein direkter Verstoß gegen das Gesetz, der den Respekt vor staatlichen Institutionen untergräbt“, hieß es weiter.

Die Nationalisten bezeichneten das Plakat als politische Aktion und nicht als Satire und nannten es eine „Beleidigung eines Vertreters der Macht“.

Druck auf die Behörden

Laut SOTA weigerte sich der Ladenbesitzer trotz der Forderungen, das Plakat abzuhängen.

Daraufhin riefen Mitglieder der Russischen Gemeinschaft die Strafverfolgungsbehörden dazu auf, das Geschäft zu überprüfen.

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Ob die Polizei tätig wird oder ob der Vorfall zu formellen Anklagen führt, ist bislang unklar.

Quellen: SOTA, O2.