Umfrage zeigt zunehmende Krise für russische kleine Unternehmen.
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Rund ein Drittel der russischen Unternehmer erwägt, seine Unternehmen zu schließen oder zu verkaufen, wie aus einer neuen Umfrage hervorgeht, über die Meduza am 10. März berichtete.
Das Medium berief sich auf eine Studie der Public Opinion Foundation und der Higher School of Economics in Russland, die von Vedomosti veröffentlicht wurde.
Die Untersuchung ergab, dass 31 Prozent der Geschäftsinhaber darüber nachdenken, ihre Firmen zu schließen oder zu verkaufen.
Das sind acht Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal 2025.
Düsterere Aussichten
Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet, dass sich die Lage weiter verschlechtern wird.
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Die Umfrage zeigte, dass 52 Prozent der Unternehmer glauben, dass sich das Geschäftsklima in den ersten Monaten des Jahres 2026 verschlechtern wird.
Laut Meduza ist das mehr als Anfang 2022, kurz nachdem Russland seine großangelegte Invasion der Ukraine begonnen hatte, als 38 Prozent eine Verschlechterung erwarteten.
Nur 12 Prozent sagten, sie glaubten, dass sich die Situation verbessern werde.
Unternehmen im Überlebensmodus
Die Umfrage verfolgt seit 2021 die Entwicklung von mehr als 700 Unternehmern und Kleinunternehmern.
Bis Ende 2025 beschrieben etwa 39 Prozent ihre Unternehmen als im Überlebensmodus.
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Weitere 39 Prozent meldeten im vierten Quartal niedrigere Einnahmen im Vergleich zum vorherigen Zeitraum.
Gleichzeitig erklärten 29 Prozent, dass ihre Einnahmen die direkten Kosten nicht mehr deckten.
Nachfrage schwächt sich ab
Auch die Nachfrage scheint zurückzugehen.
Die Studie ergab, dass 42 Prozent der Unternehmen von einer schwächeren Kundennachfrage berichteten.
Alexander Kalinin, Leiter des Unternehmerverbands Opora Russia, sagte gegenüber Vedomosti, dass sich bislang keine positiven Trends abzeichnen und viele Unternehmen Investitionen verschieben.
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Er verwies auf steigenden fiskalischen Druck, hohe Zinsen, zunehmende Zahlungsausfälle von Geschäftspartnern und sinkende Nachfrage.
Auch die russische Gesamtwirtschaft zeigt Anzeichen von Belastung.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Januar im Jahresvergleich um 2,1 Prozent, da schwache Konsumnachfrage und hohe Zinsen zivile Industrien belasteten.
Während die Militärproduktion weiterhin ein wichtiger Wachstumstreiber ist, stehen Branchen, die mit Konsum und Bauwesen verbunden sind, unter starkem Druck – ein Hinweis auf Schwächen in Russlands nichtmilitärischer Wirtschaft.
Quellen: Meduza, Vedomosti