Es könnte die Kommunikationsprobleme der russischen Streitkräfte verschärfen.
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Es herrscht zunehmende Verwirrung darüber, wie russische Truppen auf dem Schlachtfeld kommunizieren. Berichte von pro-Kreml-Militärbloggern deuten darauf hin, dass einige Soldaten angewiesen werden, eine weit verbreitete Messaging-App zu entfernen.
Die Behauptungen scheinen den jüngsten öffentlichen Erklärungen russischer Beamter über die von den Streitkräften in der Ukraine verwendeten Kommunikationsmittel zu widersprechen.
Das Institute for the Study of War (ISW) stellt in seinem Update vom 15. März zum Krieg in der Ukraine fest, dass ein prominenter russischer Militärblogger am 15. März schrieb, dass mehrere russische Einheiten Soldaten angewiesen hätten, Telegram von ihren Telefonen zu löschen.
Uneinheitliche Durchsetzung
Laut dem Blogger sagten Quellen an der Front, dass die Militärpolizei begonnen habe, die Telefone der Soldaten zu inspizieren, um sicherzustellen, dass die Messaging-App entfernt wurde.
Der Bericht behauptete auch, dass Kommandeure die Truppen ermutigen, auf eine staatlich kontrollierte russische Messaging-Plattform namens Max umzusteigen.
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Der Blogger beschrieb die Max-Anwendung als schwierig zu bedienen und sagte, dass einige nicht näher bezeichnete Spezialeinheiten sogar ihre Nutzung verboten hätten.
Die Durchsetzung der neuen Regeln scheint jedoch uneinheitlich zu sein. Einige Einheiten verlangen Berichten zufolge von den Truppen, Telegram aufzugeben und Max zu nutzen, während andere sich weiterhin auf Telegram verlassen, um die Kommunikation zu koordinieren.
Direkter Gegensatz zu Behauptungen des Kremls
Der Blogger argumentierte, dass der uneinheitliche Ansatz darauf hindeutet, dass die Beschränkungen eher von einzelnen Kommandeuren als von einem allgemeinen Befehl des russischen Verteidigungsministeriums ausgehen könnten.
ISW stellt fest, dass frühere Aussagen russischer Behörden die Verwirrung noch verstärkt haben. Am 11. Februar behaupteten Kreml-Beamte laut früheren öffentlichen Äußerungen, dass russische Streitkräfte Telegram nicht für die Frontkommunikation verwenden.
Diese Aussagen wurden jedoch nach Kritik aus der russischen Militärblogger-Community später abgeschwächt. Am 18. Februar schienen die Beamten von der früheren Behauptung zurückzutreten.
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Kommt eine umfassendere Einschränkung?
Laut ISW sagte der russische Minister für digitale Entwicklung, Kommunikation und Massenmedien, Maksut Schadayew, später, dass die Behörden noch nicht entschieden hätten, Telegram in den Kampfzonen in der Ukraine einzuschränken.
Wenn einige Einheiten Telegram nun selbstständig verbieten, könnte dies Analysten zufolge auf Vorbereitungen für eine umfassendere Einschränkung in der Zukunft hindeuten.
Eine andere Möglichkeit ist, dass einzelne Kommandeure früher strengere Maßnahmen durchsetzen, um sich an den vermeintlichen Präferenzen des Kremls auszurichten.
ISW deutet an, dass die Einschränkung der Telegram-Nutzung auch die bestehenden Kommunikationsprobleme der russischen Streitkräfte verschärfen könnte, insbesondere nach den gemeldeten Störungen des Starlink-Zugangs Anfang des Jahres.
Quellen: Institute for the Study of War (ISW), Berichte russischer Milblogger