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Russland baut Drohnennetzwerk aus – Beziehungen zu Iran vertiefen sich

Russland baut Drohnennetzwerk aus – Beziehungen zu Iran vertiefen sich
ivkovmark/shutterstock.com

Während Moskau seine militärischen Beziehungen zu Teheran ausweitet, wächst zugleich ein umfangreiches Waffenprogramm. Die Entwicklung könnte Auswirkungen auf den Krieg in der Ukraine und die Sicherheitslage im Nahen Osten haben.

Russland verstärkt laut The Telegraph seine Unterstützung für die iranischen Drohnenstreitkräfte und baut gleichzeitig die eigene Produktion aus.

Wie The Economist berichtet, hat Moskau Teheran 5.000 Kurzstreckendrohnen angeboten, die gegen elektronische Störungen resistent sein sollen. Das Paket umfasse zudem satellitengestützte Drohnen mit größerer Reichweite, Schulungen für Bedienpersonal sowie Geheimdienstinformationen über Bewegungen amerikanischer Truppen und Marineeinheiten.

Drohnen vom Typ Shahed gelten als vergleichsweise günstige Langstreckenwaffen. Dadurch können Streitkräfte sie in großer Zahl einsetzen und Luftabwehrsysteme unter Druck setzen.

Alabuga wächst

Laut The Telegraph ist die russische Sonderwirtschaftszone Alabuga in Tatarstan im vergangenen Jahr um 340 Hektar erweitert worden.

Satellitenbilder, die in dem Bericht ausgewertet wurden, zeigen neue Hangars, Produktionsgebäude und Wohnanlagen auf dem Gelände.

Zudem entsteht in der Nähe ein weiteres Entwicklungsgebiet mit einer Fläche von 450 Hektar. Wofür es genutzt werden soll, wurde bislang nicht bekannt gegeben.

Der Komplex in Alabuga gilt inzwischen als Zentrum von Russlands Programm für Langstreckendrohnen.

Druck auf die Ukraine

Russland setzte iranische Shahed-Drohnen erstmals 2022 gegen die Ukraine ein. Im Juli 2023 begann das Land laut Daily Express mit der Produktion einer eigenen Version unter dem Namen Geran-2.

Der Zeitung zufolge stammen inzwischen zwischen 90 und 95 Prozent der russischen Drohnenproduktion aus der Anlage in Alabuga.

Der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj erklärte im Januar, Moskau wolle die Produktion von Einweg-Angriffsdrohnen auf bis zu 1.000 pro Tag steigern.

Im April habe Russland 6.600 Langstreckendrohnen gegen die Ukraine gestartet, berichtete der Daily Express. Ukrainische Streitkräfte hätten rund 90 Prozent davon abgefangen.

Weitreichendere Folgen

Der Daily Express berichtete außerdem, Russland habe Technologie weitergegeben, um Kommunikations-, Navigations- und Zielsysteme der Shahed-Drohnen zu verbessern.

Bei einem Drohnenangriff auf den Hafen Shuaiba in Kuwait am 1. März kamen sechs Soldaten der US-Army-Reserve ums Leben.

Analysten gehen davon aus, dass Moskau von anhaltenden Spannungen im Nahen Osten profitieren könnte – etwa durch steigende Öleinnahmen und eine geringere internationale Aufmerksamkeit für die Ukraine.

Damit ist der Drohnenhandel mehr als nur ein militärisches Thema. Er verbindet Russlands Kriegswirtschaft mit einer größeren regionalen Krise.

Abgesicherte Fabrik

Die Ukraine hat Alabuga wiederholt angegriffen. Russland reagierte darauf mit einer Verstärkung der Luftabwehr rund um das Gelände.

Für Moskau ist der Standort weit mehr als nur eine Fabrik. Er gilt als zentraler Bestandteil der Strategie, groß angelegte Angriffe mit Langstreckendrohnen dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Der Ausbau zeigt außerdem, welche zentrale Rolle Drohnen inzwischen in modernen Kriegen spielen: Sie sind günstig genug für die Massenproduktion, zugleich zerstörerisch genug, um militärische Planungen maßgeblich zu beeinflussen – und für Verteidiger nur schwer vollständig abzuwehren.

Quellen: Daily Express, The Telegraph, The Economist