Russland bleibt die größte Atommacht der Welt.
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Das Land verfügt über Tausende von Sprengköpfen und eine Militärdoktrin, die ihren Einsatz unter bestimmten Bedingungen ausdrücklich erlaubt.
Seit Jahren nutzen Kreml-Vertreter nukleare Rhetorik als politisches Instrument, um Gegner abzuschrecken und in Krisenzeiten Stärke zu demonstrieren.
Da Russlands konventionelle Macht durch langwierige Konflikte und Sanktionen belastet ist, haben Warnungen vor einer nuklearen Eskalation zunehmend den Weg aus der Theorie in die öffentliche Debatte gefunden.
Eskalation auf See
US-Streitkräfte, unterstützt von britischen Einheiten, beschlagnahmten den Öltanker Marinera, als er durch Gewässer zwischen Island und Schottland fuhr.
Das Schiff hatte zuvor unter dem Namen Bella 1 operiert und stand im Zusammenhang mit sanktionierten Öllieferungen mit Bezug zu Venezuela.
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Nach Angaben von US-Vertretern wurde der Tanker nach einer längeren Verfolgung abgefangen und stand im Verdacht, gegen amerikanische Sanktionen verstoßen zu haben, unter anderem durch den Transport von iranischem Rohöl.
Die britische Unterstützung umfasste Überwachungsflugzeuge der Royal Air Force sowie das Versorgungsschiff der Royal Fleet Auxiliary, die RFA Tideforce.
Die Operation fand vor dem Hintergrund erhöhter militärischer Aktivitäten im Nordatlantik statt, wobei US-Flugzeuge russische Marinebewegungen in der Region überwachten.
Moskau reagiert wütend
Russlands Reaktion fiel schnell und feindselig aus. Hochrangige Politiker warfen den USA und ihren Verbündeten Piraterie und unrechtmäßige Einmischung in den Betrieb eines zivilen Schiffes in internationalen Gewässern vor.
Alexei Schurawljow, stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der russischen Staatsduma, sagte, die Beschlagnahmung sei „nichts weniger als offene Piraterie“.
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Er fügte hinzu, dass Russlands Militärdoktrin den Einsatz von Atomwaffen in solchen Situationen erlaube.
Auch der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew meldete sich zu Wort und richtete eine deutliche Warnung an Washington: „Spielt keine Spiele mit Russland.“
Nukleare Rhetorik kehrt zurück
Andere russische Abgeordnete gingen noch weiter und diskutierten offen über militärische Vergeltung.
Generalleutnant Andrei Guruljow schlug vor, dass Russland beginnen könnte, Schiffe mit Ziel ukrainische Häfen zu stoppen oder sogar zu versenken, falls die Spannungen weiter zunehmen.
Er forderte zudem Angriffe auf westliche Rüstungshersteller, die die Ukraine beliefern, und nannte dabei deutsche Rüstungsunternehmen als mögliche Ziele.
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Russische Offizielle stellten die Beschlagnahmung des Tankers als Teil einer umfassenderen westlichen Kampagne zur Untergrabung Moskaus dar.
Der Kreml erklärte, dem Schiff sei die Fahrt unter russischer Flagge genehmigt worden, und beschuldigte den Westen, gegen internationales Seerecht zu verstoßen.
Westliche Reaktion
Der britische Verteidigungsminister John Healey sagte dem Parlament, die Beschlagnahmung sei rechtlich gerechtfertigt gewesen, da das Schiff zum Zeitpunkt des Zugriffs faktisch staatenlos gewesen sei.
Er erklärte, der Tanker habe über mehrere Jahre hinweg Millionen Barrel iranisches Öl transportiert, wobei die Erlöse angeblich zur Finanzierung von Terrorismus und regionaler Instabilität verwendet worden seien.
Britische Behörden lehnten weitere Stellungnahmen zu operativen Details ab.
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Quellen: Reuters, AP, BBC, Politico, Mirror.