Sich für den Krieg zu melden, bedeutet oft, alles von Grund auf neu zu lernen.
Viele Rekruten kommen mit wenig bis gar keiner Erfahrung an und erwarten monatelanges Training, bevor sie sich dem Schlachtfeld stellen müssen.
Doch neue Berichte legen nahe, dass in Russland diese Vorbereitungszeit schrumpfen könnte.
Schnellere Ausbildung
Laut Defense Express, zitiert von WP, wurde die Ausbildung russischer Drohnenoperateure im Jahr 2026 von etwa drei Monaten auf nur noch zwei reduziert.
Das Medium zitiert russische Propagandamaterialien und berichtet über Kommentare von Pawel Porochonko, dem stellvertretenden Kommandeur des 71. Regiments für unbemannte Systeme im Moskauer Militärbezirk.
Im Januar hatte Porochonko noch von einem dreimonatigen Kurs gesprochen, was auf eine jüngste Änderung des Ansatzes hindeutet.
Ausbau der Streitkräfte
Die verkürzte Ausbildungszeit steht Berichten zufolge im Zusammenhang mit Plänen, die Anzahl der Drohnenoperateure schnell zu erhöhen.
Defense Express schätzt, dass Russland beabsichtigt, seine unbemannten Systeme von rund 80.000 Einheiten Anfang 2026 auf bis zu 165.000 bis Ende des Jahres zu erweitern.
Dies spiegelt einen umfassenderen Vorstoß wider, die Drohnenfähigkeiten im gesamten Militär zu stärken.
Umfang der Ausbildung
Die Operateure werden auf mehreren Übungsplätzen ausgebildet, wobei zwischen fünf und sieben Einrichtungen im Moskauer Militärbezirk aktiv sind.
Das Programm umfasst den Umgang mit verschiedenen Drohnentypen, wie FPV Molniya-Systemen und Boomerang-Modellen, die über Funk- oder Glasfaserverbindungen gesteuert werden.
Die Vielfalt der Systeme erhöht die Komplexität des Ausbildungsprozesses.
Qualitätsbedenken
Defense Express merkt an, dass die Verkürzung des Kurses die Gründlichkeit der Vorbereitung der Operateure beeinträchtigen könnte.
Von den Auszubildenden wird erwartet, dass sie innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens mehrere Drohnentypen erlernen, von Kampfdrohnen bis hin zu schwereren Mehrzwecksystemen.
Dies wirft die Frage auf, ob Geschwindigkeit auf Kosten der Effektivität gehen könnte.
Wie zuvor von Unian berichtet, sagte der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj im März, dass Russland beabsichtigt, mehr als 100.000 unbemannte Systeme einzusetzen.
Er betonte auch, dass die Ukraine als Reaktion darauf ihre eigenen Anstrengungen bei der Entwicklung, Beschaffung und dem Einsatz von Drohnen beschleunigen müsse.
Quellen: Defense Express, Unian, WP.