Russland rühmt sich einer beispiellos hohen internationalen Nachfrage nach seinen Waffen, doch hinter den Zahlen verbirgt sich ein wachsendes Problem.
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Während sich der Krieg in der Ukraine in die Länge zieht, hat Moskau zunehmend Schwierigkeiten, seine Exportambitionen mit den eigenen Bedürfnissen an der Front in Einklang zu bringen.
Inzwischen räumen Regierungsvertreter offen ein, dass ausländische Kunden auf Lieferungen warten müssen.
Rekordnachfrage behauptet
Der russische Vizepremierminister Denis Manturow sagte laut Agerpres bei einem Kremltreffen mit Präsident Wladimir Putin, das weltweite Interesse an russischen Waffen habe einen historischen Höchststand erreicht.
„Bis 2022 lag der maximale Auftragswert bei 51 Milliarden Euro. Heute haben wir mit bereits unterzeichneten Verträgen im Wert von 65 Milliarden Euro einen Rekord“, sagte Manturow.
Er führte den Nachfrageanstieg auf den Krieg in der Ukraine zurück und argumentierte, russische Ausrüstung habe sich im realen Kampfeinsatz bewährt.
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Im Krieg erprobt
Manturow sagte, ausländische Käufer würden sich vor allem für Waffen interessieren, die bereits auf dem Schlachtfeld eingesetzt worden seien.
Er erklärte, dass „die unter den Bedingungen der speziellen Militäroperation erprobte Technik für sich selbst geworben hat“, unter Verwendung der offiziellen Moskauer Bezeichnung für die Invasion.
Nach Angaben des russischen Regierungsvertreters sind insbesondere Luftverteidigungssysteme, Kampfjets und Mehrfachraketenwerfer auf den internationalen Märkten stark gefragt.
Analysten weisen jedoch darauf hin, dass genau diese Systeme auch für Russlands eigenen Kriegseinsatz von zentraler Bedeutung sind.
Lieferketten unter Druck
Trotz des rekordhohen Auftragsbestands räumte Manturow ein, dass Russland Schwierigkeiten habe, seine Zusagen einzuhalten.
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Er gab zu, dass die militärischen Erfordernisse in der Ukraine die Exportkapazitäten einschränken.
Infolgedessen verzögern sich Lieferungen von Waffen und Munition an ausländische Kunden.
Dieses Eingeständnis verdeutlicht einen zentralen Widerspruch in Russlands Rüstungsstrategie: Während Moskau sich als verlässlicher globaler Lieferant präsentieren will, verschlingt der Krieg enorme Mengen an Ausrüstung und Munition.
Käufer müssen warten
Russland zählt weiterhin zu den größten Waffenexporteuren der Welt, doch Sanktionen und der lang andauernde Konflikt haben Produktion und Logistik bereits erschwert.
Nun geben selbst russische Regierungsvertreter zu, dass den Frontlinien Vorrang vor Exportverträgen eingeräumt wird.
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Für Länder, die auf russische Waffen angewiesen sind, werfen die Verzögerungen Fragen zur Verlässlichkeit Moskaus als Lieferant auf, solange das Land einen groß angelegten Krieg führt.
Quellen: Agerpres, HotNews.ro