Ein Land, weit entfernt von Russland und der Ukraine, versucht herauszufinden, wie einige seiner Bürger in die Teilnahme am Krieg verwickelt wurden.
Beamte untersuchen, ob mehrere Arbeiter dazu verleitet wurden, einer fremden Armee beizutreten.
Der ukrainische Geheimdienst schlug letzte Woche Alarm.
Die Behörde veröffentlichte gescannte Dokumente, die angeblich Visumanträge von acht Männern zeigen, die sich zum Kampf an der Seite russischer Streitkräfte gemeldet hatten.
Fragwürdige Angebote zum Beitritt zur russischen Armee
Nach Angaben des ukrainischen Auslandsgeheimdienstes sucht der Kreml aktiv im Ausland nach billigen Arbeitskräften zur Unterstützung seiner Kriegsanstrengungen.
In einer öffentlichen Erklärung stellte die Behörde fest, dass „Indonesien, das größte muslimische Land der Welt mit einer Bevölkerung von über 280 Millionen, sich in die Liste der Länder eingereiht hat, die der Kreml zu einer weiteren Quelle billiger Arbeitskräfte für den Krieg gemacht hat“.
Geheimdienstmitarbeiter fügten hinzu, dass ähnliche Rekrutierungsmethoden auf Bürger aus Nepal, Kuba, Kenia und Indien abzielten, mit Versprechungen von Nicht-Kampfrollen, lukrativer Bezahlung und beschleunigter Vergabe russischer Pässe.
Menschenhandel für den Einsatz
Diplomaten bemühen sich nun hinter den Kulissen, die Rekruten zu finden.
Die Sprecherin des indonesischen Außenministeriums, Yvonne Mewengkang, bestätigte, dass Beamte die Behauptungen mit diplomatischen Vertretungen und anderen Regierungsstellen abgleichen.
Sie merkte an, dass „weitere Bestätigung bezüglich der Identitäten der Personen, ihrer Staatsbürgerschaften, der Rekrutierungsprozesse und der Art ihrer Beteiligung erforderlich ist“.
Beamte prüfen genau, ob Menschenhändler die Männer durch betrügerische Online-Stellenanzeigen gelockt haben. Sollten die Anwerbungen jedoch freiwillig erfolgt sein, werden die Konsequenzen hart sein. Nach indonesischem Recht riskiert jeder Bürger, der einer fremden Armee beitritt, den Entzug seiner Staatsbürgerschaft.
Zwischen den Stühlen
Trotz der sich ausweitenden Untersuchung ist die Regierung bestrebt, ihre offizielle diplomatische Haltung klar zu bewahren.
Die Sprecherin merkte zudem an, dass die offizielle Außenpolitik nicht mit diesen wahrgenommenen persönlichen Handlungen einzelner Bürger übereinstimme und auch die langjährige neutrale Position der Nation im Konflikt nicht gefährde.
Indonesien unterhält jedoch starke Wirtschaftsbeziehungen zu Russland, obwohl einige militärische Verbindungen seit Russlands Invasion in der Ukraine angespannt waren.
Russische Beamte bestätigten kürzlich, dass der indonesische Präsident Prabowo Subianto im September an einem Wirtschaftsforum in Russland teilnehmen wird, im Anschluss an ein Treffen mit Präsident Wladimir Putin in Moskau.