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Russland setzt zunehmend psychiatrische „Behandlungen“ zur Unterdrückung politischer Gegner ein, so eine Studie

Straight jacked, mental institution, psychiatric
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Es war eine populäre Methode, die Opposition in der UdSSR zu unterdrücken.

In vielen Teilen der Welt war es schon immer mit erheblichen Risiken verbunden, sich gegen die Machthaber zu äußern.

Während Gefängniszellen das Standardmittel sind, um Kritiker zum Schweigen zu bringen, finden einige Regime weitaus beunruhigendere Wege, abweichende Stimmen vollständig verschwinden zu lassen.

Und laut einer neuen Studie setzt Russland zunehmend eine Methode zur Unterdrückung politischer Gegner ein, die bereits in der Sowjetunion verbreitet war.

Echos der Vergangenheit

Laut einer Studie des Menschenrechtsprojekts APUS setzen die russischen Behörden zunehmend Zwangspsychiatrie ein, um politische Dissidenten zum Schweigen zu bringen.

The Moscow Times berichtet, dass Daten der Überwachungsgruppe OVD-Info zeigen, dass derzeit mindestens 63 Personen solchen strafrechtlich angeordneten medizinischen Maßnahmen ausgesetzt sind. Die meisten wurden auf Grundlage politisch motivierter Gesetze verurteilt, etwa wegen der Verbreitung von Antikriegsinformationen oder wegen Kritik an staatlichen Institutionen.

Eine weitere Organisation, das Memorial Human Rights Center, dokumentiert 57 ähnliche Fälle, in denen Personen aufgrund ihrer öffentlichen Äußerungen ins Visier geraten sind.

Bestrafung bürgerschaftlichen Engagements

Der APUS-Bericht zeichnet ein erschreckendes Bild. Friedliches bürgerschaftliches Engagement wird inzwischen als medizinisches Warnsignal gewertet.

Menschenrechtsaktivisten stellen fest, dass in offiziellen Krankenakten regelmäßig positive Eigenschaften als Symptome einer psychischen Störung aufgeführt werden. Ärzte führen die „Leidenschaft für Gerechtigkeit“ oder eine „aktive Lebenseinstellung“ eines Patienten an, um eine Zwangseinweisung zu rechtfertigen. Selbst „harte Kritik an staatlichen Behörden“ wird als Anzeichen einer psychischen Erkrankung gewertet.

Nach der Einweisung sind die Betroffenen brutalen Bedingungen ausgesetzt, unabhängig davon, ob sie gewalttätig sind oder nicht. Anwälte und Angehörige berichten, dass Menschen routinemäßig auf geschlossenen Stationen untergebracht und mit Seilen oder Gurten an Betten fixiert werden.

Eine undurchdringliche Mauer

Medizinisches Personal greift zudem häufig auf aggressive chemische Zwangsmaßnahmen zurück. Die Studie verweist auf den Einsatz starker antipsychotischer Medikamente wie Haloperidol, das bei gesunden Menschen dauerhafte Schäden am Nervensystem verursachen kann.

Noch schlimmer ist, dass diese Maßnahmen kein klares Enddatum haben. Während Strafgefangene genau wissen, wann ihre Haft endet, bleiben psychiatrische Patienten völlig im Ungewissen.

Wenn Patienten versuchen, eine zweite medizinische Meinung einzuholen, werten Ärzte dies häufig als Beweis dafür, dass eine weitere Behandlung erforderlich sei.

Wie ein ehemaliger Patient bemerkte: „Unnötige Fragen zu stellen ist nicht erlaubt.“

Quellen: APUS, OVD-Info, Memorial Human Rights Center, The Moscow Times