Startseite Krieg Schwarzmarkt für Benzin: Russen wegen illegalen Weiterverkaufs von Kraftstoff festgenommen

Schwarzmarkt für Benzin: Russen wegen illegalen Weiterverkaufs von Kraftstoff festgenommen

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Die ukrainische Langstreckenkampagne gegen die russische Ölindustrie führt zu einer zunehmenden Kraftstoffknappheit in ganz Russland.

Die Ukraine führt eine Langstreckenkampagne gegen Russlands Öl- und Gasindustrie.

Erst am Sonntag, dem 28. Juni, gelang es ukrainischen Streitkräften, zwei russische Ölraffinerien zu treffen: eine 300 Kilometer von der Frontlinie entfernt, die andere 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze.

Das Ziel der Kampagne ist dreifach:

Erstens soll der russischen Kriegsmaschine der Treibstoff entzogen werden, um es den russischen Logistikkräften zu erschweren, die Front zu versorgen, und den ukrainischen Verteidigern einen Vorteil zu verschaffen.

Zweitens soll die russische Kriegskasse um wichtige Exporteinnahmen gebracht werden, wodurch es für den Kreml immer schwieriger wird, seinen Krieg zu finanzieren.

Drittens soll innenpolitischer Druck auf den Kreml ausgeübt werden, indem der russischen Bevölkerung das Gefühl vermittelt wird, dass sich ihr Land tatsächlich im Krieg befindet – eine Realität, die der Kreml vor möglichst vielen Russen zu verbergen versucht und den Krieg in der Ukraine stattdessen als „Spezialmilitäroperation“ bezeichnet.

Infolge der ukrainischen Kampagne schränken immer mehr russische Regionen den Kraftstoffverkauf sowohl an Bürger als auch an Unternehmen ein. Dadurch ist inzwischen ein Schwarzmarkt entstanden, wie jüngste Ereignisse in der Region Irkutsk zeigen.

Notstandsbeschränkungen verhängt

Nach Angaben des regionalen Innenministeriums rief Gouverneur Igor Kobsew am 28. Juni aufgrund schwerwiegender Kraftstoffknappheit den Ausnahmezustand aus.

Die strengen Notstandsmaßnahmen änderten die Art und Weise, wie Bürger in der Angara-Region Kraftstoff kaufen können, grundlegend. Nach den vorübergehenden Regeln begrenzten die Behörden den Kraftstoffverkauf auf lediglich 50 Liter pro Fahrzeug und Tankvorgang.

Darüber hinaus verbot der Staat das Befüllen separater Behälter vollständig. Das bedeutet, dass Fahrer Benzin nur direkt in ihre Fahrzeugtanks füllen dürfen.

Um die plötzliche Belastung des Verkehrsnetzes zu verringern, richtete sich der Gouverneur auch an örtliche Arbeitgeber. Kobsew riet nicht systemrelevanten Unternehmen, so viele Beschäftigte wie möglich ins Homeoffice zu schicken, um den Straßenverkehr zu entlasten.

An der Zapfsäule erwischt

Doch wo Knappheit herrscht, entsteht oft auch ein Schwarzmarkt. Die russische Wirtschaftszeitung Kommersant berichtete, dass Polizeibeamte in Irkutsk innerhalb von 24 Stunden vier Fälle des illegalen Weiterverkaufs von Benzin aufdeckten.

Das regionale Innenministerium teilte mit, dass Verkäufer beim Weiterverkauf von Kraftstoff zu massiv überhöhten Preisen erwischt wurden. Ein besonders auffälliger Fall ereignete sich direkt neben einer regulären Tankstelle, während drei weitere Personen Nachrichten-Apps und Online-Kleinanzeigen nutzten, um verzweifelte Käufer zu finden.

In einem besonders aufsehenerregenden Fall wurde ein 20-jähriger Einwohner dabei ertappt, wie er Kraftstoff über eine Online-Plattform für unglaubliche 250 Rubel pro Liter verkaufte. Die Strafverfolgungsbehörden stoppten die Aktivitäten umgehend und kündigten an, weiterhin konsequent gegen diesen Schwarzmarkt vorzugehen.

Die Behörden wenden nun strenge gesetzliche Vorschriften an, um diejenigen zu bestrafen, die die Knappheit ausnutzen. Jede festgenommene Person muss mit einem Verwaltungsverfahren wegen des Betriebs eines nicht registrierten Unternehmens ohne Genehmigung rechnen.

Außerdem erinnerte die Polizei die Bevölkerung daran, dass jeder, der versucht, die Regeln durch das Befüllen von Kanistern zu umgehen, mit zusätzlichen Strafen nach den Notstandsbestimmungen rechnen muss.