Zivile Gebiete wurden bei einem weiteren nächtlichen Angriff getroffen. Eine separate Behauptung eines von Moskau unterstützten Funktionärs warf Fragen darüber auf, wie Russland die politische Lage in der Ukraine darstellt.
Nach Angaben ukrainischer Behörden wurden bei russischen Angriffen in mehreren Regionen mindestens sieben Menschen getötet, berichtete die Daily Sun. Zudem meldeten Behörden Schäden an einem Lebensmittelbetrieb in der Region Kyjiw, der Milchprodukte für Kinder herstellt.
Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen mindestens 216 Drohnen und zwei Raketen gestartet. Diese Zahlen stammen von ukrainischen Behörden und wurden von dieser Publikation nicht unabhängig überprüft.
Der Gouverneur der Region Kyjiw, Mykola Kalaschnyk, erklärte, ein ziviler Betrieb der Lebensmittelindustrie sei getroffen worden:
„Der Feind hat ein friedliches ziviles Unternehmen der Lebensmittelindustrie angegriffen.“
Später teilte er mit, dass in der Region Kyjiw vier Menschen ums Leben gekommen seien. Zwei weitere Todesfälle wurden aus der Region Dnipropetrowsk gemeldet, während der ukrainische Katastrophenschutz erklärte, dass eine Frau in der Region Saporischschja getötet worden sei.
Positionen zu einer Waffenruhe liegen weiterhin weit auseinander
Die Angriffe erfolgten mehr als vier Jahre nach dem Beginn der groß angelegten russischen Invasion im Februar 2022.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlug ein direktes Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor und erklärte, nur die beiden Staatschefs könnten die „zentralen Fragen“ lösen.
Der Kreml erklärte, man habe Kenntnis von dem Vorschlag, Putin habe ihn jedoch noch nicht geprüft.
Russland fordert, dass sich die Ukraine aus dem Donbass zurückzieht, während Kyjiw eine Waffenruhe entlang der aktuellen Frontlinien anstrebt, bevor Gespräche über territoriale Fragen beginnen.
Puschilins Behauptung stößt auf Skepsis
Separat berichtete die russische staatliche Nachrichtenagentur TASS, dass Denis Puschilin, der von Moskau unterstützte Leiter des russisch kontrollierten Teils der ukrainischen Region Donezk, behauptet habe, eine organisierte Opposition in der Ukraine könne ohne Hilfe von außen nicht entstehen.
Diese Behauptung ist von Bedeutung, da russische Vertreter die ukrainische Führung häufig als politisch isoliert darstellen. Puschilins Aussage ist parteiisch und wurde nicht unabhängig bestätigt.
„Leider ist in der Ukraine, im verbleibenden Teil der Ukraine, jede ernsthafte Opposition ohne äußeres Eingreifen unmöglich. Alle Protestführer, die bereit wären, die Rolle der ‚Nummer eins‘ zu übernehmen und ihre Meinung zu äußern, wurden schlicht ausgeschaltet. Sie sitzen entweder im Gefängnis oder wurden in den Fleischwolf geworfen, auch an die Front“, sagte Puschilin während des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg.
Quellen: TASS, Daily Sun