Startseite Krieg Trump verweigert Ukraine Patriot-Raketen: „Wir brauchen selbst Raketen“

Trump verweigert Ukraine Patriot-Raketen: „Wir brauchen selbst Raketen“

Patriot Missiles
Karolis Kavolelis / Shutterstock.com

Der amerikanische Staatschef deutete eine große Verschiebung der militärischen Prioritäten an.

Wenn einer belagerten Nation die Munition ausgeht, hält die gesamte Bevölkerung den Atem an.

Kriegsführer verlassen sich normalerweise auf mächtige Verbündete, um Versorgungsengpässe zu überbrücken und ihren Luftraum zu sichern.

Doch gelegentlich müssen selbst verlässliche globale Partner ihr eigenes Überleben priorisieren.

Leere Arsenale

Nach der anfänglichen Invasion öffneten die Vereinigten Staaten ihre Militärreserven, um die Verteidigungsanstrengungen zu unterstützen. Heute prüft die neue Regierung ihre eigenen schwindenden Bestände genau.

Während einer kürzlichen Pressekonferenz äußerte sich Donald Trump zu den öffentlichen Appellen der ukrainischen Regierung. Die umkämpfte europäische Nation fleht verzweifelt um zusätzliche Patriot-Abfangraketen, um ihre kritische Infrastruktur zu schützen.

Der amerikanische Staatschef deutete eine große Verschiebung der militärischen Prioritäten an. „Wir brauchen selbst Raketen. Biden gab ihm so viele, Biden gab ihm Munition im Wert von 300 Milliarden Dollar“, sagte Trump Reportern, wie Sky News unter Berufung auf Meduza berichtete.

Dringender Verteidigungsbedarf

Diese unverblümte Aussage kommt zu einem absolut kritischen Zeitpunkt. Ukrainische Beamte warnen seit Wochen Verbündete vor einem gravierenden Mangel an Verteidigungswaffen, gerade als sich die saisonalen Bombardierungen intensivieren.

Aktuelle Schlachtfelddaten zeichnen ein düsteres Bild der Lage. Während eines massiven russischen Angriffs am 1. August gelang es den verteidigenden Kräften, nur eine von 27 anfliegenden ballistischen Raketen abzufangen.

Die Situation verschlechterte sich nur wenige Tage später weiter. Sky News berichtete, dass bei einem nachfolgenden Angriff am 5. August 24 Raketen das Abwehrnetz vollständig umgingen, was zu null erfolgreichen Abfängen führte.

Ein drohender Winter

Hinter verschlossenen Türen bemühen sich Diplomaten, eine tragfähige dauerhafte Lösung zu finden. Der ursprüngliche Antrag auf sofortige Hilfe wurde Berichten zufolge während eines hochrangigen Treffens in Washington abgelehnt.

Wolodymyr Selenskyj besuchte Ende Juli das Weiße Haus, um vor Wintereinbruch 300 Patriot-Raketen zu erbitten. Amerikanischen Medienquellen zufolge habe Trump die dringende Anfrage entschieden abgelehnt.

Der strategische Fokus hat sich nun auf den Aufbau einer unabhängigen Verteidigungsindustrie verlagert. Beide Nationen verhandeln über ein Lizenzabkommen, das die heimische Herstellung der fortschrittlichen Abfangraketen ermöglichen würde.

Warten auf Entlastung

Selbst wenn die Verhandlungsführer das komplexe Lizenzabkommen schnell abschließen, ist die industrielle Realität ernüchternd. Die Herstellung und der Einsatz fortschrittlicher Waffensysteme in aktiven Kampfzonen erfordern eine erhebliche Zeitspanne.

Experten gehen davon aus, dass es mindestens ein ganzes Jahr dauern wird, bis lokal produzierte Patriot-Raketen die Front erreichen. Bis dieser Meilenstein erreicht ist, müssen die verteidigenden Kräfte schwierige taktische Entscheidungen treffen.

Da die internationalen Lieferungen rapide schwinden, müssen lokale Kommandeure herausfinden, wie sie ihre gefährdeten Städte mit den begrenzten Mitteln schützen können, die ihnen noch zur Verfügung stehen.

Quellen: Meduza, Sky News, Amerikanische Medienquellen