Zum ersten Mal haben die Vereinten Nationen russische Streitkräfte auf ihre Schwarze Liste von Akteuren gesetzt, die mit konfliktbezogener sexueller Gewalt in Verbindung gebracht werden. Als Begründung verweist die Organisation auf dokumentierte Fälle, die ukrainische Gefangene und Zivilisten betreffen.
Ein neuer Bericht der Vereinten Nationen führt russische Streitkräfte erstmals unter den Akteuren auf, die mit konfliktbezogener sexueller Gewalt in Verbindung gebracht werden.
Die Entscheidung geht aus einem neuen Bericht von UN-Generalsekretär António Guterres hervor, der dokumentierte Fälle bis Ende 2025 untersucht.
Die Vereinten Nationen verweisen auf mehrere Fälle, in denen ukrainische Gefangene und Zivilisten während ihrer Zeit unter russischer Kontrolle mutmaßlich sexueller Gewalt ausgesetzt waren, berichtet Onet.
Weitere Fälle dokumentiert
Nach Angaben der UN hat die Organisation Hunderte Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt in ukrainischen Gebieten unter russischer Besatzung bestätigt.
Ein großer Teil der registrierten Opfer waren ukrainische Männer, die sich zum Zeitpunkt der Übergriffe in russischem Gewahrsam befanden, berichtet Onet.
Laut Associated Press geht die UN davon aus, dass die Übergriffe sowohl in besetzten Gebieten als auch in Einrichtungen innerhalb Russlands stattgefunden haben.
Israel ebenfalls auf der Liste
Nach Angaben der UN wurden auch Fälle sexueller Gewalt gegen palästinensische Gefangene im Gazastreifen und im Westjordanland dokumentiert, berichtet Onet.
Der Bericht hat in Israel scharfe Kritik ausgelöst. Die Behörden warnten, dass die Beziehungen des Landes zu den Vereinten Nationen beeinträchtigt werden könnten.
Sowohl Russland als auch Israel weisen die Schlussfolgerungen des Berichts zurück. Gleichzeitig stellt die UN fest, dass die Zahl der bestätigten Fälle sexueller Gewalt in Konfliktgebieten weltweit im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen ist.
So funktioniert die Schwarze Liste der UN
Nach Angaben der Vereinten Nationen dient die Liste der Akteure, die an konfliktbezogener sexueller Gewalt beteiligt sind, als Instrument zur Dokumentation und Überwachung schwerer Übergriffe während bewaffneter Konflikte.
Die Organisation nutzt die Informationen außerdem, um mit den gelisteten Parteien in Kontakt zu treten und Aktionspläne zur Verhinderung künftiger Übergriffe zu fördern.
Die Liste wird zudem genutzt, um den Dialog mit den aufgeführten Akteuren zu erleichtern und Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Übergriffe zu entwickeln.
Im Jahr 2025 umfasste die Liste insgesamt 77 staatliche und nichtstaatliche Akteure aus Konfliktgebieten weltweit, darunter Regierungsstreitkräfte, Milizen und bewaffnete Gruppen, heißt es in dem UN-Bericht.
Quellen: Onet, Vereinte Nationen (UN)