„Die Schattenflotte hat den Chat verlassen“, sagte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte in den sozialen Medien.
Russlands sogenannte Schattenflotte durchstreift weiterhin die Weltmeere und finanziert Putins Kriegsanstrengungen in der Ukraine.
Viele Schiffe der Flotte wurden von den USA und der Europäischen Union mit Sanktionen belegt, doch die Tanker sind weiterhin unterwegs.
Allerdings nicht alle.
Eine massive Welle ukrainischer Drohnen schwärmte am 7. Juli über das Asowsche Meer und nahm Russlands geheime maritime Versorgungswege ins Visier. Der Angriff konzentrierte sich vor allem auf die Schattenflotte, die internationale Handelsbeschränkungen umgeht, um die russische Kriegsmaschinerie mit Treibstoff zu versorgen.
Laut Robert Brovdi, dem Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme, waren die Ergebnisse verheerend. Drohnenpiloten gelang es, in einer einzigen Nacht acht Treibstofftanker aufzuspüren und in Brand zu setzen.
„Die Schattenflotte hat den Chat verlassen“, schrieb Brovdi in den sozialen Medien, als er die Operation beschrieb. Er erklärte, dass die angegriffenen Schiffe große, international sanktionierte Schiffe waren, die zwischen 2006 und 2012 gebaut wurden.
Eine industrielle Schlacht
Der Angriff wurde von der Kairos-Einheit der 414. Brigade durchgeführt, einer Gruppe, die weithin als Madyars Vögel bekannt ist. Sie beschränkten sich nicht auf die Treibstoffversorgung. Der Luftangriff beschädigte auch ein Trockenfrachtschiff und eine Transportfähre.
Brovdi bezeichnete die Mission als „Luft-See-Schlacht“, die nun ein „industrielles Niveau“ erreicht habe. Er merkte an, dass die brennenden Schiffe eine direkte Folge ukrainischen Einfallsreichtums seien.
„Die Treibstofftanker sind schwer beschädigt und brennen. Sanktionen aus dem Himmel des freiheitsliebenden ukrainischen Vogels der Streitkräfte für unbemannte Systeme sind in vollem Gange“, sagte Brovdi. Zu den identifizierten Schiffen gehörten die Venera-3, Sanar-1, Sanar-17, Klimena, Teti, Aleksey Savrasov und Penelopa. Ein achtes Schiff wird noch identifiziert.
Geblendet und brennend
Der brennende Seeangriff war nur ein Teil einer viel größeren Offensive. Ukrainische Drohneneinheiten trafen in derselben Nacht erfolgreich 58 weitere Militärziele in den russisch besetzten Gebieten.
Das Angriffsteam schaltete auch wichtige Teile des Energienetzes auf der Krim aus und traf entscheidende Logistikknotenpunkte. Brovdi merkte an, dass das Stromnetz der Halbinsel die ganze Nacht über flackerte. „Details zu dieser Operation folgen später“, fügte er hinzu.
Dieser massive Angriff spiegelt eine breitere, unerbittliche Drohnenkampagne wider. Laut dem ukrainischen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow haben Drohnenoperationen seit Anfang 2026 mehr als 800.000 russische Militärziele getroffen und schätzungsweise 167.000 Soldaten ausgeschaltet.
