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„Vielleicht ist es an der Zeit, amerikanische Generäle einzustellen“: Russischer Kriegsblogger attackiert Russlands Offiziere

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Die plötzliche US-Operation in Venezuela hat Schockwellen durch Moskaus kriegsbefürwortende Onlinekreise geschickt.

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Nur wenige Stunden nach der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro begannen russische Militärblogger, die Ereignisse zu analysieren.

Ihre Reaktionen reichten von Empörung über die Verletzung der Souveränität bis hin zu widerwilligem Lob für die Umsetzung durch Washington.

Laut dem russischen Medium Meduza legte die Debatte sowohl Wut als auch Neid innerhalb der kremlnahen Blogosphäre offen.

Die Kommentare erschienen, während Bilder aus Caracas kursierten, die beschädigte Militärausrüstung zeigten, und Berichte bestätigten, dass sich US-Truppen nach der Festnahme Maduros wieder zurückgezogen hatten.

Schock und Wut

Mehrere Kommentatoren stellten die Operation als Bruch internationaler Normen dar.

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Der russische ultranationalistische Schriftsteller Sachar Prilepin bezeichnete sie als „eine Verletzung jeder denkbaren Norm des globalen Zusammenlebens“ und fragte, warum das venezolanische Militär keinen Widerstand geleistet habe.

Prilepin fragte zudem, ob Russland, China, Nordkorea und die BRICS-Staaten „endlich ihre diplomatischen Zähne zeigen und Venezuelas Souveränität verteidigen“ würden, und zog dabei einen spitzen Vergleich zur westlichen Unterstützung für die Ukraine.

Boris Roschin schrieb auf seinem Telegram-Kanal Colonelcassad, der Schlag sei „ein Schlag gegen den Globalen Süden“, schade russischen und chinesischen Interessen und signalisiere eine Ausweitung der globalen Konfrontation.

Recht des Stärkeren

Jewgeni Poddubny, ein kremlnaher Kriegsblogger, sagte, die Ereignisse bestätigten, dass es „nur ein wirkliches Gesetz gibt: das Recht des Stärkeren“.

Er warf den Vereinigten Staaten vor, „den Präsidenten eines unabhängigen Landes“ ohne Konsequenzen entführt zu haben.

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Juri Kotenok verglich das US-Vorgehen mit Russlands Operation in Hostomel im Jahr 2022 und stellte fest, dass die amerikanischen Kräfte „keinen nennenswerten Widerstand“ erlebt hätten, möglicherweise wegen „Verrats, Lähmung oder beidem“ innerhalb der venezolanischen Sicherheitsdienste.

Andere Blogger schlossen sich dieser Einschätzung an und betonten, dass das Ausbleiben von Widerstand entscheidend gewesen sei und die Operation stark von kooperationsbereiten Insidern abhing.

Widerwilliges Lob

Einige Stimmen äußerten technische Anerkennung. Der Telegram-Kanal Two Majors erklärte, abgesehen von Witzen hätten die Amerikaner „die Operation kompetent durchgeführt“, sie sei schnell und effektiv gewesen, im Gegensatz zu Russlands langwierigem Krieg.

Military Informant bezeichnete sie als eine „lehrbuchmäßige militärische Spezialoperation“ mit begrenzten Zielen und schnellem Rückzug.

Der Kanal Fisherman erkannte die Stärken der USA in Vorbereitung und Logistik an, warnte jedoch davor, den venezolanischen Fall direkt mit der Ukraine zu vergleichen.

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Bittere Vergleiche

Mit fortschreitender Diskussion richtete sich die Kritik zunehmend nach innen.

Witali Demidkin, ein Veteran der FSB-Spezialeinheit Alpha, sagte, die Operation sei illegal gewesen, habe aber „funktioniert“, und fügte hinzu, Russland könne dasselbe tun, „wenn es einen Befehl gäbe“.

Der Donetsk Infantry-Kanal verspottete russische Kommandeure, die die Ereignisse verfolgten und sich fragten: „Moment mal, kann man das einfach so machen?“

Der mit Rusitsch verbundene DShRG-Kanal ging noch weiter und schlug vor: „Vielleicht ist es an der Zeit, amerikanische Generäle und Planer einzustellen, damit sie Russland dienen?“

Andere äußerten offene Frustration. Ein Blogger schrieb:

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„In diesem Moment empfinde ich nur eines: Scham“, während ein anderer anmerkte, Maduro sei „am allerersten Tag“ gefasst worden, im Gegensatz zu Russlands nunmehr viertem Kriegsjahr.

Quellen: Meduza, Digi24