Der Krieg hat unzählige Aufnahmen hervorgebracht, die Einblicke in das Leben fernab offizieller Verlautbarungen geben sollen.
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Ein neu veröffentlichter Audioclip bietet nun einen Blick auf die Belastung und Verzweiflung innerhalb russischer Einheiten an der Front.
Ukrainische Behörden sagen, das Gespräch verdeutliche sowohl Erschöpfung als auch verstörende Ideen, die unter den Invasionstruppen kursieren.
Abgehörte Stimmen
Der ukrainische Militärgeheimdienst hat ein weiteres abgefangenes Gespräch russischer Soldaten veröffentlicht, wie aus Informationen hervorgeht, die von der Geheimdienstdirektion des ukrainischen Verteidigungsministeriums herausgegeben wurden.
In der Aufnahme sprechen die Soldaten offen über Drogenkonsum in den Schützengräben und ihren sich verschlechternden psychischen Zustand.
Sie geben zu, erschöpft zu sein, und sagen, dass Betäubungsmittel genutzt würden, um die Moral zu heben und mit dem Druck umzugehen.
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Zudem beklagen sie eine schlechte Kommunikation mit den Kommandeuren und scherzen darüber, Substanzen zu wollen, die ihnen helfen würden, Befehle von oben besser zu verstehen.
Düsterer Spott
Während des Austauschs diskutieren die Soldaten, ob es möglich wäre, starke Schmerzmittel direkt unter Feldbedingungen herzustellen.
Sie räumen ein, dass ihnen die notwendigen Chemikalien fehlen.
„Wir können sie nur mit Paracetamol vergiften“, sagt eine der Stimmen in der Aufnahme.
Der ukrainische Geheimdienst präzisierte nicht, gegen wen sich die Bemerkung richtete, bezeichnete das Gespräch jedoch als weiteren Beleg für Chaos und mangelnde Disziplin innerhalb der russischen Reihen.
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Drogenvorwürfe
Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes ist Drogenkonsum unter russischen Soldaten weit verbreitet.
Beamte sagen, allein im Jahr 2025 seien Berichten zufolge 112 russische Soldaten an Überdosen an der Front gestorben.
Im Jahr zuvor habe die Zahl solcher Fälle laut ukrainischen Angaben bei 143 gelegen. Diese Zahlen konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Ukrainische Behörden argumentieren, dass der Substanzmissbrauch tiefere Probleme mit Moral, Führung und Lebensbedingungen innerhalb russischer Einheiten widerspiegele.
Muster von Leaks
Dies ist nicht das erste abgefangene Telefonat, das die Ukraine im Verlauf des Krieges veröffentlicht hat. Im Oktober publizierte der ukrainische Geheimdienst eine Aufnahme, an der ausländische Söldner beteiligt gewesen sein sollen, die für Russland kämpfen.
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In diesem Audio seien kolumbianische Kämpfer angeblich angewiesen worden, „alles zu erschießen, was sich bewegt“, und Frauen oder Kinder nicht zu verschonen.
Ukrainische Behörden sagen, solche Abhörmitschnitte dienten dazu, mutmaßliche Kriegsverbrechen zu dokumentieren und die interne Realität von Russlands Militärkampagne offenzulegen.
Quellen: Geheimdienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums, O2.