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Aus sieben wurden zwei in Chinas Militärführung

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Hung Chung Chih / Shutterstock.com

Das nahezu vollständige Verschwinden von Chinas oberster Militärführung erregt Aufmerksamkeit nicht nur wegen derjenigen, die gefallen sind, sondern auch wegen der auffälligen Zurückhaltung Pekings. Tempo und Intransparenz der Veränderungen sind von Bedeutung für die globale Sicherheit, da die Kommission die weltweit größte stehende Streitkraft beaufsichtigt.

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DR News’ Berichterstattung zeigt, wie die rasche Demontage dieses Gremiums langjährige China-Beobachter verunsichert hat. Sie fragen sich nun, ob Präsident Xi Jinpings Griff auf das Militär fester wird oder auf die Probe gestellt wird.

Eine ausgehöhlte Führung

Chinas Zentrale Militärkommission ist für das gesamte Kommando und die Verwaltung der Streitkräfte verantwortlich. Sie steht im Zentrum der Machtstruktur des Landes.

Als die Kommunistische Partei im Oktober 2022 die Führung neu ordnete, wurde die Kommission als siebenköpfiges Team unter Xi Jinping präsentiert. Heute sind nur noch zwei dieser Personen im Amt, darunter der Präsident selbst.

Die jüngste Absetzung betrifft den stellvertretenden Vorsitzenden Zhang Youxia, der zugleich als Oberbefehlshaber fungierte. Die chinesischen Behörden erklärten, er sei wegen „schwerwiegender Gesetzes- und Disziplinarverstöße“ angeklagt worden.

Analysten verunsichert

Das Ausmaß der Säuberung hat ungewöhnlich deutliche Reaktionen ausgelöst. „Was zum Teufel geht hier vor sich?“, fragte der dänische China-Experte Casper Wichmann in von DR News zitierten Kommentaren.

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Wichmann, der den Podcast KinaNørderne betreibt und Mitbegründer der Beratungsfirma Sinolytica ist, sagte in der Sendung P1 Orientation, Analysten versuchten, „aus den Teeblättern zu lesen“. Er fügte hinzu: „Wir werden darauf wahrscheinlich nie eine klare Antwort bekommen.“

Laut DR News hat der Mangel an detaillierten Erklärungen die Spekulationen über interne Machtkämpfe innerhalb der chinesischen Militär- und Parteiführung verstärkt.

Korruptionshintergrund

Xi Jinpings Einsatz von Anti-Korruptionsmaßnahmen in den Streitkräften ist nicht neu. Nach seinem Amtsantritt 2012 startete er eine umfassende Kampagne, die auch hochrangige Offiziere ins Visier nahm.

Diese führte zu prominenten Entlassungen und Umbesetzungen, insbesondere in sensiblen Einheiten. Dennoch tauchen weiterhin Vorwürfe auf. Im November wurde ein weiterer stellvertretender Vorsitzender, He Weidong, wegen Korruptionsvorwürfen ausgeschlossen.

Wichmann sagte DR News, es bleibe unklar, ob die aktuellen Fälle tatsächliches Fehlverhalten, politisches Taktieren oder Versäumnisse im Amt widerspiegeln.

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Macht und Risiko

Zhang Youxia galt weithin als loyal gegenüber Xi und als zentrale Figur bei den Plänen zur Modernisierung des Militärs. Seine Absetzung, so Wichmann, wecke Zweifel daran, wie sehr der Präsident auf die Zuverlässigkeit der Institution vertraut.

Bislang wurden keine neuen hochrangigen Mitglieder in die Kommission berufen. Kurzfristig schafft dies Unsicherheit, selbst wenn jüngere, loyale Offiziere bereits in den Startlöchern stehen.

Ob die Säuberung letztlich Xis militärische Ambitionen schwächt oder die Macht weiter um ihn konzentriert, dürfte sich klarer zeigen, wenn China auf den nächsten Parteitag im Jahr 2027 zusteuert.

Quellen: DR News, P1 Orientation

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