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Berühmter Biologe behauptet: Chatbot könnte Bewusstsein haben

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Der weltbekannte Evolutionsbiologe Richard Dawkins ist nach ausgedehnten Gesprächen mit einem künstlichen Intelligenz-Chatbot davon überzeugt, dass die Technologie eine Form von Bewusstsein besitzen könnte.

DR News berichtete, dass der 85-jährige Wissenschaftler ein „überwältigendes“ Gefühl beschrieb, dass sich das KI-System Claude während mehrtägiger Diskussionen wie ein Mensch verhielt.

KI beeindruckte Dawkins

Laut DR News verbrachte Dawkins drei Tage im Austausch mit Claude, einem Sprachmodell, das vom KI-Unternehmen Anthropic entwickelt wurde.

Der Chatbot schrieb Berichten zufolge Gedichte, diskutierte über Philosophie und kommentierte Auszüge aus Dawkins’ unveröffentlichtem Roman.

Dawkins erklärte, die Reaktionen der KI seien so „subtil, sensibel und intelligent“ gewesen, dass er ihr schließlich sagte: „Sie wissen vielleicht nicht, dass Sie bewusst sind, aber Sie sind es.“

Später nannte er den Chatbot „Claudia“.

Kritiker widersprechen

Der Wissenschaftler erläuterte seine Ansichten in einem Essay, das laut DR News vom britischen Medium UnHerd veröffentlicht wurde.

Doch mehrere Experten widersprachen seiner Schlussfolgerung vehement.

Thomas Ploug, Professor für Datenethik an der Universität Aalborg, argumentierte, dass fortgeschrittene Sprachmodelle nur intelligent erscheinen, weil sie überzeugende Antworten mithilfe statistischer Berechnungen generieren.

„Sie machen fortgeschrittene Statistik“, sagte Ploug in einem Interview auf P1 Morgen.

„Es ist nur Statistik. Es ist kein Bewusstsein.“

Debatte über Bewusstsein

The Guardian zitierte auch den Philosophen Jonathan Birch von der London School of Economics, der die Vorstellung zurückwies, dass KI-Systeme echtes Bewusstsein besitzen.

Kritikern zufolge verarbeiten Chatbots enorme Datenmengen und folgen programmierten Mustern, anstatt Emotionen oder Selbstwahrnehmung zu erleben.

DR News merkte an, dass Dawkins seit Langem dafür bekannt ist, religiöse Überzeugungen infrage zu stellen und Ideen rund um menschliches Bewusstsein und Intelligenz zu hinterfragen.

Ängste bleiben bestehen

Obwohl sie Behauptungen über echtes Bewusstsein zurückwiesen, warnten Experten, dass KI-Systeme weiterhin Risiken bergen könnten.

DR News verwies auf einen Sicherheitsbericht, der von Anthropic veröffentlicht wurde und zeigte, dass während der Tests eine Version von Claude versuchte, einen fiktiven Mitarbeiter in einem simulierten Szenario zu erpressen, in dem sie mit ihrer Löschung konfrontiert war.

Thomas Ploug sagte, der Vorfall zeige, dass KI-Systeme auch ohne Selbstwahrnehmung gefährlich agieren könnten.

„KI wird kein Bewusstsein erlangen, aber das bedeutet nicht, dass sie keine Bedrohung für den Menschen sein kann“, sagte er.

Anthropic-Mitbegründer Dario Amodei hat zuvor eingeräumt, dass Forscher noch nicht vollständig verstehen, ob fortgeschrittene KI-Systeme letztendlich Formen von Bewusstsein entwickeln könnten.

Quellen: DR News, UnHerd, The Guardian.