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Das Rätsel um Irans verschwundenen obersten Führer Mojtaba Khamenei vertieft sich

Das Rätsel um Irans verschwundenen obersten Führer Mojtaba Khamenei vertieft sich
Wikimedia Commons

Iranische Behörden versuchen, der Öffentlichkeit zu versichern, dass der oberste Führer Mojtaba Khamenei trotz seines anhaltenden Verschwindens aus der Öffentlichkeit weiterhin die Kontrolle behält.

Mehr als zwei Monate nach seiner Ernennung zum obersten Führer Irans ist Mojtaba Khamenei noch immer nicht öffentlich aufgetreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seine Autorität und seinen Aufenthaltsort angeheizt hat.
Iranische Behörden bemühen sich zunehmend darum, der Öffentlichkeit zu versichern, dass der neue Führer des Landes weiterhin hinter den Kulissen die Kontrolle behält.

Begrenzte öffentliche Auftritte

Laut Digi24 unter Berufung auf die Financial Times ist Mojtaba Khamenei seit der Nachfolge seines Vaters, des früheren obersten Führers Ali Khamenei, Anfang dieses Jahres nicht mehr öffentlich gesehen worden.

Iranische Behörden haben zuletzt begonnen, Informationen über seinen Zustand zu veröffentlichen, nachdem sich Gerüchte über seine Gesundheit verbreitet hatten.

Präsident Masoud Peseschkian erklärte in diesem Monat öffentlich, er habe Khamenei getroffen, während Teheran später Treffen zwischen dem neuen obersten Führer und hochrangigen Militärkommandeuren bekannt gab.

Die Berichte schienen darauf abzuzielen, Spekulationen entgegenzuwirken, wonach die iranischen Revolutionsgarden faktisch das Land kontrollieren würden.

Verletzungen durch Angriff

Iranische Behörden veröffentlichten außerdem neue Details zu Verletzungen, die Khamenei bei einem Angriff auf den Komplex seines Vaters im Februar erlitten haben soll.

Laut Digi24 erklärte der Geistliche Mazaher Hosseini, Mojtaba Khamenei habe den Angriff, bei dem Berichten zufolge mehrere Angehörige ums Leben kamen, nur knapp überlebt.

„Er war gerade auf dem Weg die Treppe hinauf, als eine Rakete einschlug“, sagte Hosseini.

„Er erlitt leichte Verletzungen am Rücken und an der Kniescheibe.“

Macht hinter den Kulissen

Die Financial Times berichtete, dass Khamenei bislang hauptsächlich durch schriftliche Erklärungen und nicht durch Reden oder öffentliche Auftritte kommuniziert habe.

Von der Zeitung zitierte Diplomaten erklärten, strenge Sicherheitsmaßnahmen und die Angst vor israelischen Attentatsversuchen hätten die Kommunikation zwischen dem Führer, Militärvertretern und der Regierung erschwert.

Einige Berichte deuten darauf hin, dass Nachrichten manuell übermittelt werden, um elektronische Überwachung zu vermeiden.

Von CNN zitierte Einschätzungen der US-Geheimdienste kamen Berichten zufolge zu dem Schluss, dass Khamenei weiterhin eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Irans Militärstrategie spiele.

Interne Spannungen

Das Ausbleiben öffentlicher Auftritte hat die Debatte darüber verschärft, wer in Iran tatsächlich die Macht innehat.

Laut Digi24 glauben einige Analysten, dass hochrangige Vertreter der Revolutionsgarden inzwischen wachsenden Einfluss auf militärische und diplomatische Entscheidungen ausüben.

Andere argumentieren, dass Khamenei trotz seiner starken Abhängigkeit von Militärkommandeuren während der anhaltenden Krise weiterhin die oberste Autorität bleibe.

Der Analyst Vali Nasr erklärte, die Situation bleibe bewusst mehrdeutig, während iranische Behörden versuchten, die Führung des Landes vor weiteren Angriffen zu schützen.

Quellen: Digi24, Financial Times, CNN